Ausrüstung für den Jagdhund

Alba mit Ausrüstung bei der VJP Prüfung(MB) In diesem Artikel möchten wir euch über die elementaren und weiterführenden Ausrüstungsgegenstände zur Ausbildung und Führung eures Jagdhundes berichten. Was brauche ich denn wirklich? Muss es das teuerste sein? Kann ich vielleicht auch selber was herstellen? Es stellen sich viele Fragen zum Thema Ausrüstung sowohl vor der Anschaffung eines Jagdhundes, als auch immer wiederkehrend während der Ausbildung und Führung.

Wer in den Genuss kommt einen Jagdhund abrichten und führen zu können, macht das als Hobbyjäger vielleicht zwei oder drei Mal in seinem Jägerleben. Wenn wir davon ausgehen, dass ein im professionellen Jagdbetrieb stehender Hund 9-10 Jahre alt wird, so werden wenig eingesetzte Hunde schon bis zu 15 Jahre alt. Das heißt wir benötigen in der Regel Gegenstände, die für diesen Zeitraum ihre Dauerhaftigkeit haben sollten.

Mit Leine, Halsband und Decke ist es meist nicht getan. Natürlich benötigt der Hund auch ordentliche leicht zu reinigende Futternäpfe und sobald es auf Reisen geht, kommen noch weitere Ausrüstungsgegenstände ins Spiel.

Ausrüstung im Auto

Mittels einer Hundetransportbox sorgen wir unabhängig vom Aufenthaltsort für eine vertraute Umgebung. Im Auto sorgt das „Verstauen“ des Hundes in der befestigten Box auch für mehr Sicherheit im Falle eines Unfalls. Falls Sie keine Box bevorzugen, dann verwenden Sie wenigstens ein Hundegitter oder eine andere Form der Abtrennung.

Für den Winter empfiehlt es sich auch eine Heizdecke, die über eine 12V Steckdose betrieben werden kann, bereit zu halten. Damit kann man nach dem Reviergang oder dem Jagdeinsatz die Hunde beim Aufwärmen unterstützen. Besonders auf Ladeflächen von Pick-ups oder im Transportraum von Kleinbussen befinden sich häufig keine Heizeinrichtungen. Da kann man dem Hund schon einen Gefallen tun und sein Wohlbefinden deutlich verbessern. Für den Sommer kann man einen kleinen Ventilator installieren.

Aurüstung am Hund

In Sachen Leine streiten sich die Geister. Die derzeit in vielen Geschäften und Onlineshops angebotenen Kunststoffprodukte sind definitiv pflegeleichter als eine Lederleine. Schweißriemen und Führerleine kann man mittlerweile mit einer dazu passenden Halsung oder auch einem Geschirr erwerben.

Eine oder mehrere extra Leinen sollten sie, auch als nichthundeführender Jäger, auf jeden Fall parat haben. Bei Gemeinschaftsjagden kann man damit einen oder mehrere Jagdhunde nach „Hahn in Ruh“ anleinen und dem Besitzer zuführen.

Für den normalen Spaziergang hat sich auch die klassische Flexileine mit unterschiedlichen Längen bewährt. Manch „harter“ Jagdhundeführer empfindet die Flexileinen als nicht standesgemäß. Aber wer sind wir denn? Wir haben einen Hund und unser Hund hat auch ein Recht auf Bewegung. Alleine bei einer Rast an der Autobahn macht sich solch eine Leine schon bezahlt. Hund und Führer können entspannt ein paar Meter spazieren, ohne Gefahr zu laufen durch einen spontanen Start in Aufregung versetzt zu werden. Gegenüber einer langen Feldleine schleift der „Strick“ nicht im Dreck, sondern wird fein säuberlich auf- und abgerollt. Wer die Hygiene auf unseren Autobahnparkplätzen kennt, der wird ganz genau wissen wovon ich hier schreibe. Bei den Flexileinen ist unbedingt das Gewicht es Hundes neben der Laufleinenlänge zu berücksichtigen. Das Modell Kaninchenteckel passt definitiv nicht für einen Plotthound. Farblich sollte man sich immer für eine auffällige Farbe entscheiden. Da findet sich manche Leine schneller wieder.

Auch bei unseren Vierbeinern ist das Thema Sicherheit nicht zu vernachlässigen. Daher sollte bei einer Nutzung des Hundes bei Drückjagden zumindest eine Warnweste bzw. Warnhalsung durch den Hund getragen werden. Besser ist eine moderne Schutzweste die den Hund vor Stich- und Schnittverletzungen von Schwarzwildwaffen schützt. Über die Zeit rechnet sich diese, da Verletzungen nicht nur Stress für Hund und Hundeführer bedeuten, sondern auch kostspielig sind.

Ausrüstung im Haus

Im Haus benötigt der Hund seinen festen Platz. Eine leicht zu reinigende Unterlage macht sich da auf jeden Fall gut. Gegenüber dem althergebrachten Hundekorb bietet diese auch keinen Rückzugsraum für Parasiten, Haare und Schmutz. Für ältere Hunde gibt es sogar besondere Kissen. Die können zum Beispiel mit einem Granulat gefüllt sein, was sich der Körperform besonders gut anpasst. Zum Fressen eignen sich Schüsseln die nicht verrutschen oder umkippen können. Da man für den Hund immer frisches Wasser verfügbar haben muss, sollte ein Platz gewählt werden, den er immer erreichen kann. Bei bärtigen Hunden findet sich häufige eine tropfende Wasserspur. Also je nach Untergrund muss ein Fußabtreter darunter oder man wischt regelmäßig den Fußboden.

Ausrüstung am Mann

Wenn es um den jagdlichen Einsatz geht, wird die Liste der Gegenstände sehr lang. Hundepfeife, GPS- Tracker, Hundeführerweste, …. Je nach Einsatzintensität und Nutzung kommt da also auch einiges an technischen Lösungen in Betracht. Dazu gehören auch Anti- Bell Halsbänder. Die können im urbanen Raum manchen Nachbarschaftsstreit verhindern.

Nicht zu vernachlässigen ist das Thema Erste Hilfe am Hund. Falls Sie noch nicht die Gelegenheit hatten an einem solchen Kurs teilzunehmen, dann kann man das nur nahe legen. Für den Ernstfall ist es sinnvoll in der Hundeführerweste ein Fach mit Verbandsmaterialien und Frischhaltefolie einzurichten. Die Frischhaltefolie dient zum Isolieren von größeren Verletzungen, insbesondere am Bauchraum. So kann zumindest eine schnelle, provisorische Erstversorgung durchgeführt werden. Auch hier gilt, dies ist nicht nur für hundeführende Jäger ratsam, insbesondere bei Drück- und Treibjagden kann jeder Jäger in die Situation kommen einen Jagdkameraden oder einen zufällig vorbei kommenden Hund erstversorgen zu müssen.

Die Qual der Wahl

Da alles in allem die Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, soll der Beitrag nicht dazu dienen einzelne Produkte anzupreisen. Hier ist jeder selbst gefragt, dass für seinen persönlichen Bedarf notwendige und zweckmäßige Rüstzeug auszuwählen. Ein Besuch auf einer Fachmesse, der persönliche Austausch in Hundeführergruppen und das Lesestudium von Produkttests in Fachmagazinen, Blogs und Kundenrezensionen in Onlineshops sollten wie bei jedem Produktkauf obligatorisch sein.

Auswahl von Onlineanbietern für Jagdhundebedarf:

Ausrüstung für den Jagdhund bei Frankonia:

https://www.frankonia.de/jagd/hundebedarf/Artikel.html

Hundepflege bei Grauwolf:

https://www.grauwolf.net/jagd-und-hund.html

Speak Your Mind

*