US-Blankwaffen – Das Bowie Knife

Smith & Wesson Bowie knifeDas Bowie Knife* erhielt seinen Namen von dem US amerikanischen Soldaten James „Jim“ Bowie, der im 19. Jhd. in Alamo kämpfte und in den USA bis heute als Wildwestlegende bekannt ist. Im folgenden Artikel möchten wir auf die Entstehungsgeschichte des Bowie Knife eingehen und den jagdlichen Nutzen näher beschreiben.

Das Leben von Jim Bowie

James Bowie wurde am 2. April 1796 in Kentucky als Sohn eines Großgrundbesitzers geboren, allerdings verbrachte er den größten Teil seines Lebens in den Sümpfen von Louisiana. Der Legende nach, soll Bowie schon im frühen Alter ein Draufgänger gewesen sein. In der unwirklichen Natur der Sümpfe von Louisiana, hat er sich mit Krokodil- und Bärenfang seine ersten jagdlichen Sporen verdient. In den Kriegsjahren ab 1812 kämpfte James Bowie an der Seite seines Bruders Rezin Jr. Bowie in der Louisiana-Miliz gegen die Briten. Mit dem Ende des Krieges 1815 erschlossen sich die beiden Brüder neue Geschäftsfelder. Obwohl der Sklavenhandel zu dieser Zeit bereits verboten war, kauften die Bowie-Brüder große Mengen Sklaven von dem Piraten Jean Laffite und verdienten mit dem Handel ein Vermögen.

Bis zum Ende der zwanziger Jahre konzentrierten sich die Bowie-Brüder nur noch auf Grundstücksspekulationen im Raum New Orleans und gründeten eine Zuckerplantage mit der ersten mechanischen Zuckermühle der USA. Am 1. Januar 1830 verlies Bowie Louisiana, um in Texas und Mexiko weitere Grundstücksspekulationen zu tätigen. Nebenbei verfolgte Bowie mehrere Hirngespinste und veranstaltet Expeditionen im „Indianerland“ Mexikos, um die als verschollen geltende Silbermine San Saba zu finden. Auf seinen Expeditionen geriet er oftmals in viele kleine Gefechte mit Indianern, die er allerdings immer mit sehr geringen Ausfällen bestreiten konnte. Im September 1836 schloss sich Bowie mit seinen Kameraden aus Louisiana der texanischen Freiwilligenarmee an und kämpfte fortan als Oberst der texanischen Armee gegen die mexikanische Armee.

Bowies Militärkarriere gipfelte 1836 in der Schlacht um das Fort Alamo. Neben Legenden wie David „Davy“ Crockett und Col. James C. Neill, verteidigte er das Fort Alamo bis zum Tod aller texanischen Soldaten. James Bowie starb jedoch nicht im Kampf, sondern bettlegerisch aufgrund seines schweren Alkoholismus und der fortgeschrittenen Tuberkulose am 6. März 1836.

Die Legende des Bowie knifes

Wie bereits erwähnt war Bowie unter anderem auch für sein aufbrausendes Temperament und seinen ungezügelten Charakter bekannt. So kam es, dass Bowie 1826 seinen örtlichen Sheriff und Banker zum Duell herausforderte, weil dieser ihm ein Kredit verweigerte. James Bowie überlebte das Duell nur durch Zufall, weil die Kugel, die ihm galt, abgelenkt wurde und ihn verfehlte. Sein Bruder schenkte ihm daraufhin ein schweres Jagdmesser, welches fortan als Bowie Knife* bekannt wurde. Das Bowie Knife wurde ursprünglich von Razin jr. Bowie als Jagd- und Kampfmesser entworfen. Er lies seine Messer als Präsent für Freunde in Baton Rouge produzieren.

Der Ruhm des Bowie Knife sollte jedoch nicht abklingen. Jim Bowie wurde in den folgenden Jahren in mehrere Kämpfe verwickelt, in denen ihm das Messer oftmals das Leben rettete. Der berühmteste Messerkampf von Jim Bowie fand auf einer Sandbank nahe Natchez, Mississippi statt. Jim Bowie kam zwischen die Fronten eines missglückten Duells zwischen Samuel Levi Wells III und Dr. Thomas Maddox, wo es aufgrund von Schüssen aus der Zuschauermenge zu einem Messerkampf zwischen den Kontrahenten und Bowie kam. Bowie wurde nur leicht verletzt, jedoch tötete er in diesem Kampf ca. 12 Menschen. Der Kampf sollte als „Sandbar fight“ in die Geschichte eingehen und machte Jim Bowie und sein Messer zu einer Legende.

Bowie knifes gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen. Die gängigsten Messer haben eine Klinge in 20 bis 25cm Länge mit einer Breite von 4 bis 5cm. Charakteristisch für die Bowiemesser ist eine einschneidige Clip-Point-Klinge mit Entenschnabel- oder Pandurenspitze und einem großen Parierelement sowie einer genieteten Holzgriffschale.

Die berühmtesten Messerhersteller für Bowie knifes kamen aus England (vgl. wiki.waffen-online.de):

  • George Wostenholm & Sons, Washington Works, Sheffield,
  • W. Butcher, Rogers & Sons und
  • Wilkinson W. & Son

Aber auch amerikanische Hersteller haben Bowie knifes hergestellt:

  • Bridgeport Gun Implement Company ‚C.Roby
  • John Russel Manufacturing Company in Deerfield, Massachusetts

Neben den bekannten Formen des Bowie knife gab es noch unzählige Variationen dieses Messers, so z.B. das Dahlgren-Bowie-Bajonett der US-NAVY, welches 1970 in einer abgewandelten Form vom U.S.M.C im Vietnam-Krieg* benutzt wurde oder noch heute von des U.S.-NAVY SEAL’s* benutzt wird. Heute gibt es günstige Bowiemesser von dem Hersteller Nieto* oder etwas teurere Ausführungen von der Firma Linder*.

Der jagdliche Nutzen

Der jagdliche Einsatzzweck des Bowiemessers ist eher mit dem eines Standhauers oder Hirschfängers zu vergleichen. Das Sauenmagazin hat in der Ausgabe 01/ 2014 das Messer als einen hervorragenden Sau-/ Hirschfänger bezeichnet. Obwohl man es mit Sicherheit auch für diese Zwecke verwenden kann, sind wir etwas anderer Auffassung. Das Messer ist geeignet, um Wild aufzubrechen und zu zerwirken. Besonders die breite Klinge und der wuchtigen Entenschnabelspitze lassen es für die „Rote Arbeit“ interessant erscheinen. Weiterhin kann man das Bowiemesser für sämtliche Revierarbeiten heranziehen, notfalls kann man auch mal kleinere Stämme zerhacken. Aus unserer Sicht ist das Messer aufgrund seines „Kultstatus“ in den USA sehr beliebt. Es lässt sich durchaus als gängiges Allroundmesser für den Reviergebrauch beschreiben, obwohl es für die Arbeit am Wild durchaus besser geeignete Messer gibt.

Wer Interesse an einem Bowie Knife für den jagdlichen Gebrauch hat, kann ohne weiteres viele Angebote diese Messer bei allen gängigen Herstellern finden. Dabei ist jedoch zu sagen, dass es Unterschiede zum ursprünglichen Bowie Messer gibt. Dabei werden einzelne Elemente des original Messers zum Teil etwas abgewandelt, das Messer als solches dennoch als „Bowie“ beworden. Die Klinge ist dabei oft etwas kürzer, dafür aber bauchiger gestaltet, die Spitze weniger schwungvoll zulaufend. Moderne „Bowie Messer“* eignen sich daber durchaus als gut gebräuchliches Jagdmesser.

Bowie Knifes bei Frankonia*

Zum Thema Bowiemesser hat das Pro7-Magazin Galileo in seiner Mediathek einen Beitrag gepostet. Wir halten das Video für sehenswert, in den insgesamt 11 Minuten werden die wichtigsten Faktem zum Bowiemesser nochmals filmisch dargestellt.

Speak Your Mind

*