Buchtipp – WILD, ein Kochbuch von Sören Anders

Giuseppe Palandra, ein uns gut bekannter Jäger und ausgebildeter Koch, hat sich die Zeit genommen in unserem neusten Leserartikel das neu erschienene Kochbuch WILD von Sören Anders* zu rezensieren. Ein Kochbuch, welches hervorragend als Geschenk taugt und sowohl dem Schenkenden als auch dem Beschenkten eine wahre Freude sein wird.

Wow, jeder der etwas in der Küche vermitteln will oder glaubt seine Kochkünste seien besonders zu empfehlen, schreibt ein Buch. So auch Sören Anders. Ein junger engagierter Koch ohne medienscheu. Schon im ARD Buffet hat er sein Können bewiesen und nach seinem letztem literarischem Werk „Anders kochen“ stößt jetzt sein neustes Buch „Wild“ auf den Markt.

In diesem bekennt er sich zum Jäger und Naturfreund. Mit mehreren liebevollen geschriebenen Geschichten wird dem Otto Normalverbraucher versucht das Weidwerk zu erklären. Dabei wird man mit romantisch inszenierten Fotos aus Wald und Flur optisch vom Handwerk des Jägers begleitet. Auf eine lockere und teilweise witzige Weise werden Jagdthemen behandelt. So werden kleine Exkurse in die Jagdkunst oder Historie gemacht. Auf sympathische Art und Weise wird dem Leser ein Anreiz gegeben sich etwas tiefer mit der Materie zu beschäftigen. Soweit Interesse geweckt wurde!

Der kulinarische Teil

Das Inhaltsverzeichnis verspricht eine Einfache Übersicht über die Gerichte: Vorspeisen, Zwischengerichte, Hauptgerichte und sogar ein paar Desserts. Das ist Standard und vereinfacht die Suche. Die Rezepte sind fotooptisch sehr schön dargestellt sodass man sofort anfangen möchte zu kochen. Schnell fällt einem auf, dass Sören vom traditionellem Braten oder Geschnetzeltem mit Klößen und Rotkohl in schwerer brauner Sauce abweicht.

Seine Rezepte sind geprägt durch neue, frische und moderne Zubereitungsarten. So auch die gebratene Reh Leber mit Süßkartoffelpüree, Pilzen und Lakritz-Sauce zur Abrundung noch ein paar Brot Chips. Es ist schön zu sehen dass man die Reh Leber nicht nur mit Zwiebeln und Äpfeln servieren kann. Der manchmal etwas eingeschlafenen Jägerschaft in Bezug auf die Verarbeitung des Wildbrets kann diese Buch nur gut tun. Einfach und klar werden moderne Rezepte dargestellt. Zutaten die mancher nie benutz hätte. Wie eben genannt Lakritz oder sogar Süßkartoffeln.

Kaninchen kann zu einem Curry verarbeitet werden…ja! Bulgur? Auch der Spitze mit Hasenkeule. Ihr habt keine Hasen im Revier? Dann eben das flächendeckend vorkommende Wildschwein schön angerichtet mit Spargel und Quitten Chutney. Ein besonderer Genuss der Dammhirschnacken. Hier wird nochmal deutlich dass wirklich jedes Teil vom Tier verwendet werden sollte. Schön angerichtet muss sich der Träger hinter keinem Rückenfilet verstecken und darf sich mit Recht als Köstlichkeit behaupten.

Mut neue Wege zu Beschreiten

Das Buch lädt alle einmal in der Küche etwas Neues auszuprobieren und etwas Mut und Kreativität an den Tag zu legen.  Wild ist ein hervorragendes Lebensmittel und darf gerne mal mutig zubereitet werden. Man muss keine Angst haben irgendetwas falsch zu machen. Probieren geht in diesem Fall über Studieren und mit diesem Buch schafft Sören Anders den Leuten etwas Experimentierfreude zu wagen. Je nach Rezept sind die Gerichte mal aufwendiger oder ganz schnell im Alltag zuzubereiten. Je nachdem ob sie das Wildbret selber erlegen oder beim Händler ihres Vertrauens noch bestellen müssen.

Etwas Koch-Knowhow und Begeisterung in der Küche zu stehen sind Voraussetzung, manchmal muss auch etwas Zeit einkalkuliert werden. So manches Gericht wird sicherlich nicht dem professionell gestylten Gericht im Buch gleichen. Aber das sollte auch nicht der Anspruch sein. Immerhin steht dort ein ganzes Team an Food Stylisten dahinter um das Gericht in bestmöglichem Licht optisch am appetitlichsten für die Leser darzustellen.

Ihr wollt mal was anderes? Dann probiert die Rezepte von Sören Anders mal aus. Als Koch bin ich begeistert wenn die Küche sich weiter entwickelt und das ist in diesem Buch zu sehen.

bei-amazon-bestellen

Comments

  1. Netter Artikel. Leider kommen in Deutschland viel zu wenige Mitmenschen in den Geschmack von Wild, obgleich es viel weniger Fett enthält, als gängiges Schweine- und Rindfleisch. Bücher, wie ein jenes, tragen dazu bei, dass sich einige Mitmenschen mehr den heimischen Lebensmitteln der Natur zuwenden. Meine Empfehlung: Wildwurst aus Wildschwein herstellen. Mageres, gegrilltes Wild mundet natürlich auch.
    LG

    • Waldemar Geiger says:

      Meine Worte, Wildfleisch ist „Bio“-Fleisch in reinster Natur. Mehr Qualität wird man vergeblich suchen.

Speak Your Mind

*