Ein Welpe kommt ins Haus: Teil I – Die Hundebox

Welpe Deutschdrahthaar(mb) Der Frühling steht vor der Tür und damit auch für manch einen die Welpenzeit. Egal ob es der erste Hund, oder schon der zweite ist, man möchte beim Anblick eines Welpen meinen, es gibt nichts Schöneres in der Welt eines Jägers. Jeden, dem es vergönnt ist gemeinsam mit Hunden zu jagen, kann man nur beneiden. Bei der Ausbildung unserer Hunde gehen die Meinungen bis zum heftigen Diskurs weit auseinander. Wir möchten deshalb unseren Lesern eine kleine Artikelserie präsentieren, bei der wir auf Tipps und Tricks zum Start mit dem Welpen eingehen möchten.

Wir sind keine kommerziellen Hundetrainer, haben aber auf Grund der Führung verschiedener Rassen einen Einblick in das Miteinander mit dem Jagdhund erhalten. Vom Dackel über die Bracke bis zum Schweißhund konnten wir in nunmehr ca. 15 Jahren Hundeausbildung unseren eigenen Reim aus der ganzen Thematik machen. Dabei muss man immer bedenken: Kein Hund ist wie der andere! Und nicht jede Hund-Mensch-Beziehung ist leider von Erfolg gekrönt. Sympathie und Antipathie sind nicht außer Acht zu lassen. Wir selbst haben gute Hund zu Freunden gegeben, weil sie sich in unserer Familie nicht integrieren konnten/ wollten. Um Frustration bei Mensch und Hund zu vermeiden, hilft es manchmal dem Hund ein neues Zuhause zu suchen. Viel zu viele gute Jagdhunde stecken im Zwinger und werden als Taugenichtse abgestempelt. Die Wahrheit liegt häufig weit davon entfernt. Wir Menschen haben es in der Hand. Gehen wir aber nun mal davon aus, dass alles gut läuft und vertrauen darauf, dass unsere Wahl im Getümmel der Welpen die richtige war.

Was muss vor der Anschaffung beachtet werde?

Bevor ein Welpe ins Haus kommt, sind vielerlei Dinge im Vorfeld zu berücksichtigen. Hier eine kleine Auswahl:

  1. Habe ich Zeit für einen Welpen?
  2. Sollte ich besser einen ausgebildeten Jagdhund kaufen?
  3. Unterstützt meine Familie meine Idee?

Exkurs: Manchmal ist man sich bei der Anschaffung eines Welpen nicht ganz einig. Ist der Welpe einmal da, tritt häufig ein anderes Extrem ein: Der Hund darf nicht zur Jagd! Dazu kenne ich mittlerweile viele Beispiele und ich kann Hund und Besitzer nur bedauern. Keiner kauft ein Pferd, um es im Stall einzusperren. Ein Pferd muss laufen und ein Jagdhund muss jagen. Ein Risiko besteht immer, aber auf der Couch verhaftet zu sein entspricht nicht der Bestimmung eines guten Hundes.

  1. Habe ich Möglichkeiten den Hund für meine Zwecke auszubilden?
  2. Habe ich Möglichkeiten den Hund jagdliche einzusetzen?

….und so weiter.

Für unsere Artikelserie haben wir einen kleinen Hauptdarsteller. Wir haben einen Deutsch Drahthaar – Welpen, den wir auf seinem Weg zum Jagdhelfer begleiten möchten. Die kleine Hündin ist jetzt acht Monate alt und heißt Alba. Wir haben sie im Oktober vergangenen Jahres im Alter von vier Monaten bekommen. Als großes Ziel für den April steht die VJP (Jugendprüfung) an. Bis dahin berichten wir über ein paar Ausschnitte, die uns wichtig erscheinen:

  • Der Welpe kommt nach Hause,
  • Beibringen des Stubengehorsams,
  • Förderung jagdlicher Anlagen,
  • Gehorsam im Revier,
  • Apportieren,
  • Übungstage in der Gruppe und
  • die Jugendprüfung.

Die ersten Tage

Welpe Deutschdrahthaar in HundeboxDie ersten Tage nach dem Abholen des Welpen beim Züchter sind außerordentlich wichtig. Nehmt am besten ein paar Tage Urlaub. Die ganze Familie ist dabei schon Bestandteil der Eingewöhnung zu Hause. Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht, den Neuankömmling in einer Box im Haus zu halten. Nach ein paar Tagen erfolgt bei uns erst die zeitweise Gewöhnung an den Zwinger. Ich benutze eine ausreichend große Hundebox, die ich offen lasse, so lange ich auf den Welpen einwirken kann. Das ist außerordentlich wichtig. Stromkabel sind neben zerkauten Hausgegenständen eine echte Gefahrenquelle für junge Hunde! Also immer daran denken: Wenn ich den Welpen nicht beaufsichtigen kann, dann muss ich immer wissen wo er ist. Das sind aus meiner Sicht nicht viele Möglichkeiten. Mir fallen dabei nur ein:

  1. Der Welpe ist in der verriegelten Box,
  2. der Welpe ist an der Leine,
  3. der Welpe ist im Zwinger,
  4. oder es geschieht gerade ein Unglück unbekannten Ausmaßes.

Letzteres wünscht sich niemand. Allzu oft wird der Hund dann bestraft. Warum? Weil man nicht in der Lage ist den Welpen in einer sicheren Umgebung zu halten, während man diesen nicht beaufsichtigen kann. Da liegt nämlich der Hase im Pfeffer. Der Mensch kann Konsequenzen vorher ahnen. Der Hund denkt, wenn überhaupt, nur im Jetzt.

Die Hundebox

Welpe Deutschdrahthaar in HundeboxJeder Welpe möchte natürlich raus aus der Box. Logisch, er kennt ja bisher nur die Hündin und das Gewimmel seiner Geschwister. Ein vertrauter und berechenbarer Ort. Benehme ich mich, ist alles gut. Benehme ich mich nicht, gibt´s Ärger von Mutti. Das sind ganz einfache und klare Regeln. Also habt Geduld. In der Box gibt es keine Bestrafung. Dieser Ort bedeutet Sicherheit. Das muss immer gelten und für den Hund berechenbar sein.

Wir füttern auch in der Box und bieten genügend Gegenstände zum Kauen an. Die sind dann auch nur in der Box verfügbar. Nach kurzer Zeit nimmt jeder Hund die Box freiwillig an. Dort ist er nämlich auch ungestört beim Verdauen und Ruhen. Die meiste Zeit des Tages schläft ein Hund. Ein Welpe ungemein mehr. Noch ein großer Vorteil: Die geschlossene Box ermuntert ihn nach dem Aufwachen zum anmelden des dringenden Geschäfts durch Scharren oder Winseln. Da heißt es schnell zur Stelle sein und den Welpen ins Freie bringen.

Tipp: Trage sie den Welpen immer an die gleiche Stelle. Er wird lernen den Platz immer wieder aufzusuchen. Das spart die Minensuche im Garten, wenn er mal groß ist.

Welpe Deutschdrahthaar in Hundebox für das AutoDes Nachts ist es sinnvoll in der Nähe der Box zu schlafen. Je nach Eigenart des Hundes kann es sein, dass dieser nach kurzer Zeit schon bis zu 8 oder 9 Stunden am Stück aushält, ohne raus zu müssen. Alles in allem stellt die Box eine wesentliche Erleichterung in der Haltung des neuen Kameraden und eröffnet dem Hund eine leichte und vor allem nachvollziehbare Eingewöhnung. Im Übrigen ist der Transport im Auto in einer Box eine gute Erfindung.

Im nächsten Artikel werden wir Euch über das kleine 1×1 des Stubengehorsams berichten.

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