Jagdhundeausbildung im Wildschweingatter Teil 4

Hatz auf Sau(mb) Der Herbst hat begonnen. Die ersten Ernten auf den Feldern sind eingefahren und die Zeit der gemeinschaftlichen Jagden hat begonnen oder rückt in greifbare Nähe. Ein gut ausgebildeter Jagdhund macht uns nicht nur Freude, sondern sorgt auch für einen mit Jagdeinladungen gefüllten Briefkasten. Ob nun der Dackel, der Wachtel, die Bracke, der Langhaar, oder welche Rasse auch immer; spurlaut und mit gutem Finderwillen sind unsere Hunde ein wesentlicher Faktor zum erfolgreichen Jagen. In Gedanken daran, wünscht man sich, dass es immer Herbst sei. Mit einem guten Jagdhund zu jagen ist unbeschreiblich. Man muß es erlebt haben!

Heute nun wollen wir auf dem Weg zu unvergesslichen Erlebnissen und unfallfreiem Jagen unseren Hund im Schwarzwildgatter auf die Probe stellen. Bei mehreren Besuchen gut vorbereitet, soll unser Hund nun zur selbständigen Suche geschickt werden.

Exkurs:Berücksichtigen sie unbedingt den Ausbildungsstand des Hundes! Wollen sie in den kommenden Wochen noch eine HZP, VGP oder Schweißprüfung führen, dann ist die freie Stöberarbeit im Gatter ein Bruch in der Prüfungsvorbereitung. Besonders die Feldarbeit leidet unter der Stöberei. Nicht jeder Hund kann umschalten!

In den vorangegangenen Ausbildungen hat unser Hund seinen „Rückwärtsgang“ kennengelernt und weiß auf welchem Abstand er ohne Selbstgefährdung an den Sauen arbeiten kann.Er sollte gelernt haben, wie sich die Sauen im deckungsreichen Gelände zur Wehr stellen und er sollte gelernt haben seine Nase einzusetzen,um unter diesen Bedingungen die Beute vehement zu verfolgen.

Zusammen mit dem Gattermeister bewegen sie sich mit ihrem Hund an einen aussichtsreichen Punkt. Die Sauen sollten sich außerhalb des Sehfeldes des Hundes aufhalten. Der Hund soll ja nicht auf Sicht jagen, sondern seinen Willen zum Finden und seine Fährtensicherheit ebenfalls unter Beweis stellen. Unter Prüfungsbedingungen hat der Hund fünf Minuten Zeit, um das Schwarzwild im Gatter zu finden. Das klingt wenig, kommt einem nach dem Schnallen aber wie eine Ewigkeit vor.

Jägerin mit Hund

Foto: Michael End

Am Stand angekommen können Sie Ihr Ritual vor der Jagd abspulen. Idealerweise existiert im Gatter eine Beobachtunsgkanzel. Legen oder setzen Sie den Hund am Fuße der Leiter ab. Besteigen Sie den Sitz, oder bleiben Sie ebenfalls am Boden. Schicken Sie den Hund mit dem an der Reizangel oder in der Flur eingeübten Kommando zur Suche.

Idealerweise startet der Hund freudig und motiviert die Arbeit. Je nach Rasse und Einarbeitung wird der Hund die begrenzte Flächen von ca 2 ha nach den Sauen absuchen. Versuchen Sie zusammen mit dem Gattermeister die Art der Suche zu beobachten.

Was wird jetzt passieren? Wie wird mein Hund arbeiten? Wird mein Hund bei den Sauen bleiben?

Bracke bei der Hatz

Foto: Klaus Schmadalla

Exkurs: bei Brauchbarkeitsprüfungen soll der Hund die Sauen ca drei Minuten stellen, oder in Bewegung bringen.

Es wird niemanden geben, den diese Fragen nicht durch den Kopf gehen. Jeder wünscht sich und hofft auf eine erfolgreiche Arbeit.

  • Der Hund sucht und findet selbständig.
  • Er stellt und verbellt die Sauen.
  • Der Hund bedrängt die Sauen hart.
  • Die Rotte wird unruhig!
  • Eine Sau gerät ins Abseits!
  • Der Hund sucht instinktiv nach dem schwachen Glied in der Rotte und sprengt die Sau ab!

    Hunde bei der Hatz

    Foto: Klaus Schmadalla

  • Der Hund bringt die Sau in Bewegung!
  • Wir stehen wie versteinert auf der Beobachtungskanzel.
  • Die Sau versucht den Hund abzuhängen, macht Wiedergänge und vergrößert die Distanz zum Jagdhund.
  • Mit festem Laut und hartnäckigem Finderwillen bleibt der Hund der Sau auf der Fährte.
  • Die Sau passiert den Stand! Auf Schußentfernung und gut anzusprechen kommt sie mit gutem Abstand zum Hund am Stand vorbei.
  • Der Winkel passt ….

In Gedanken an die perfekte Hundearbeit und die Chance auf die Erlegung eines

Sau hochflüchtig

Foto: Klaus Schmadalla

Schwarzkittels, weckt uns der Laut unseres treuen Gefährten. Der Hund hat seine Bestimmung unter kontrollierten Bedingungen unter Beweis gestellt. Wir sind stolz und erleichtert. Die Arbeit wird beendet und wir verlassen das Gatter gut vorbereitet in die Realität.

Was nun, wenn das beschriebene Szenario nicht eintritt?

Wie immer: Ruhe bewahren!

Beginnen wir erneut weiter vorn:

Der Hund wird geschnallt und zur Suche geschickt. Ihr Hund verlässt sie nicht? Er beginnt einfach nicht zu suchen? Warten Sie in diesem Fall ab und ignorieren Sie ihren Hund. Manche beginnt nach einer endlos scheinenden Minute die Suche. Tut er dies nicht, dann verzweifeln sie nicht. Laufen Sie zielstrebig auf die Sauen bzw den vermuteten Standort zu. Motivieren Sie ihren Hund zur Suche. Haben sie die Sauen ausgemacht, beginnen Sie selbst die Jagd. Das heißt im tieferen Sinne, daß wir in der Ausbildung mit unserem Hund einen Schritt rückwärts gemacht haben. Das ist nicht schlimm! Das ist notwendig! Der Hund soll ein paar Jahre mit uns jagen. Was sind da ein paar Stunden Ausbildung?

Hat ihr Hund entgegen Szenario zwei die Suche selbständig aufgenommen und verlässt nach dem Finden die Sauen unmittelbar, dann setzen Sie sofort nach. Sie sind zur Stelle und unterstützen flankierend.

Wie auch immer der Hund arbeitet, verlassen sie das Gatter nur mit einem positiven Erlebnis.

Für den „fertigen“ Hund steht in den meisten Fällen eine Prüfung oder ein Test für ein Leistungszeichen an. Dazu schreiben wir im nächsten Artikel ein paar Fakten, da dazu häufig Fragen bestehen.

Speak Your Mind

*