Simples Tuning für die Jagdbüchse

Mit relativ einfachen Mitteln, kann man heute den jagdlichen Einsatzwert seiner Standardbüchse erhöhen, ohne dass man zwangsläufig den Weg zu seinem Büchsenmacher auf sich nehmen muss. Wir zeigen auf, wie Sie relativ günstig mit einfachen Mitteln Ihre Büchsen optimieren können.

Schnelle einfache Optimierungen lassen sich universal an allen Jagdbüchsen vornehmen. Dabei ist es irrelevant ob Sie ein top modernes neuwertiges Jagdgewehr oder eine schon ältere Gebrauchte führen.

Gewehrriemen

Das erste was Sie machen sollten ist, einen passenden Trageriemen zulegen. Was für viele relativ unwichtig und banal erscheinen mag, wird spätestens in der Praxis zum nervigen Problem, wenn der Jäger feststellt, dass der Trageriemen ja eigentlich als eher störend empfunden wird und die Waffe beim Mitführen nicht das tut was sie soll. Deshalb sollte man nicht erst anfangen sich damit zu beschäftigen, wenn es bereits zu spät ist, und ein Fehlkauf gegebenenfalls wieder kompensiert werden muss.

Zum Weiterlesen: Der Gewehrriemen – mehr als nur „umhängen“

Schaftmaß

Wer mit seinem Jagdgewehr grundsätzlich zufrieden ist, dennoch aber feststellt, dass es irgendwie ein wenig besser im Anschlag sitzen könnte, sollte darüber nachdenken, ob man das Schaftmaß der Waffe nicht optimieren könnte. Das passende Schaftmaß erleichtert dem Jäger maßgeblich den Anschlag, ohne dass dieser sich großartig über anatomische Verrenkungen Gedanken machen muss. Mit dem passenden Schaftmaß fallen Anschläge vor allem freihändig wesentlich leichter. Der Schütze handelt automatisch intuitiver und dem Körperbau entsprechend natürlicher. Als ein Faktor für den präzisen Büchsenschuss darf der passende Anschlag in jeder Situation auf keinen Fall vernachlässigt werden. Eine einfache Schaftkappe kann der Schlüssel sein, seine sonst schon gute Büchse noch ein wenig besser zu machen. Zumindest lässt sich so, völlig unkompliziert der Schaft etwas verlängern, was bei vielen großen Schützen für ein optmimierteres Schaftmaß sorgen kann. Weiterhin lässt sich durch eine komfortablere Schaftkappe die Waffe bei der Schussabgabe besser im Anschlag halten, weil der Rückstoß zusätzlich etwas gedämpft wird. In jedem Fall ein kostengünstiges Accessoire, das in der Praxis einen bedeutenden Unterschied machen kann.

Zum Weiterlesen: Schaftkappen – glatt und geschmeidig oder weich und griffig?

Montage

Ein Jagdgewehr nützt natürlich nichts ohne die passende Optik. Hinzu kommt, dass ja nicht jeder Optik auch unbedingt den Jagdzweck angemessen ist, und zum Beispiel ein Zielfernrohr mit 8facher Vergrößerung für die Drückjagd genutzt werden soll. Dennoch aber kann die Büchse für die unterschiedlichsten Jagdarten und Zwecke eingesetzt werden, wenn eine gute Allroundbüchse geführt wird. Unterschiedliche Optiken sollten also auf der Waffe montierbar sein. Grundsätzlich stellt sich aber das Problem, dass eine justierte Optik immer haargenau exakt gleich auf der Waffe sitzen muss. Für einen schnellen praktikablen Wechsel gilt also, dass die Montage so sicher wiederholbar ist, dass die Optik nicht dejustiert sitzt und die Waffe erneut eingeschossen werden müsste. Daher erhöht eine Montage, die diese sichere Wiederholbarkeit aufweist, maßgeblich die Flexibilität des Einsatzes der Büchse. Solch passende Lösungen bietet eine Schwenkmontage. Alternativ dazu gibt es mittlerweile kostengünstigere wiederholbare Lösungen für Aufkipppicatinny-Montagen gibt. In der gleich angebrachten Schiene können Zielgeräte durch Stellschrauben oder Hebel mit Klickrasten oder Wahlstellmöglichkeiten immer wieder gleich fixiert werden. Von daher lohnt es sich von Beginn an in passende Montagesysteme zu investieren, was zusätzliche Anschaffungen und praktische Zeit spart.

LP-Guard

Nachdem wir eine Leuchtpunktautomatik intensiv getestet haben, sind wir davon überzeugt, dass ein einfaches Nachrüsten mit dem LP Guard ein super Tuning für die Jagdbüchse ist. Schneller Einbau und die zuverlässige Technik spart Batterielebensdauer und regelt das An-und Abschalten des Leuchtpunktes automatisch. Es kann nicht mehr vorkommen, dass der Leuchtpunkt gerade aus ist, wenn man gerade ein passendes Stück vor hat. Er vereinfacht das Führen der Waffe auf der Jagd in Bezug auf die Optik. Den Leuchtpunkt kann man damit getrost vergessen und kann ihn immer eingeschaltet lassen, da alles andere der LP Guard selbst regelt. Auch muss man nicht mehr befürchten, dass die Batterie leer ist, wenn man mal vergessen sollte den Leuchtpunkt abzuschalten. Somit kann man sich auf wichtigeres konzentrieren.

Zum weiterlesen: LP Guard – unser Produkttest

Zweibein

Eine Büchse sollte natürlich präzise schießen und treffen. Präzision in der Praxis wird aber nicht schwerpunktmäßig die Waffe, sondern durch den Schützen bestimmt. Wie bereits mehrfach erwähnt ist ein guter Anschlag ein Kriterium für gute Präzision. Dazu gehört es natürlich die Waffe sicher zu stabilisieren. Das effektivste Hilfsmittel im Revier dafür, ist das Anbringen eines Zweibeins. Gemeinsam mit einem sauberen Sitz in der Schulter verschafft man der Waffe eine Dreipunktauflage, aus der sie nicht auswandern kann, wenn man sich direkt in die Waffe hineinlegt. Was über Jahrhunderte in der Militärtechnik bewährt hat, haben auch mehr und mehr Jäger für sich entdeckt. Ein verstellbares Zweibein, welches sich abklappen kann, wirkt beim Schießen auf mittlere und große Entfernungen Wunder und erleichtert dem Schützen in den verschiedensten Situationen den präzisen waidgerechten Schuss ungemein.

Zum Weiterlesen: Das Harris Zweibein – Für uns ein Muss!

Mündungsschutz

Mündungskappen werden von den wenigsten Jägern genutzt. Sie gelten als unzweckmäßig, da man sich nicht noch aktiv vor der Schussabgabe mit so einer Kleinigkeit befassen will, wenn das auserwählte Stück direkt quer vor einem steht. Nur wenige Firmen bieten sie daher überhaupt an. Aber selbst bei Nachsuchen oder auf Drückjagden bei schlecht Wetter, Regen und Schmutz, haben wir nie einen Mündungsschutz gesehen, dafür aber schon einige verdreckte Mündungen und Läufe. Auch beim Ansitz sieht es in der Realität oft so aus, dass das Gewehr an den Baum, mit der Mündung nach oben zeigend, selbst bei schlechtem Wetter, lehnt. Für solche Zwecke haben wir zwar zweckentfremdet aber unheimlich zweckmäßig ein Kondom dabei. Ist es notwendig, streifen Sie es einfach über. Was für viele vielleicht lustig klingen mag, hält auch unter widrigsten Bedingungn zuverlässig Staub, Wasser, Dreck und Schmutz fern. Wir können es nur als Tip jedem mit auf den Weg geben. Alternativ dazu kann man auch einfach Schusspflaster nutzen und die Mündung damit zu kleben. Was viele alte Hasen manchmal noch anwenden ist ebenfalls einfach nur leider nicht immer ganz beständig. Ein jeder kann aber die vorgeschlagenen Lösungen selbst probieren und sich eigene Gedanken machen.

 

Comments

  1. Robert Sachs says:

    Was ich auch wichtig finde ist, dass man beim Anschlag sofort im Ziel ist. Ich nutze dazu die Schafterhöhung „Bearproof Precision“, um direkt richtig durchs Glas zu schauen. Ich hatte letzten Sommer eine Leihwaffe, bei der das Glas sehr hoch montiert war, ein sauberer Anschlag war nur schwer zu erreichen. Bei meiner eigenen Waffe nutze ich die Erhöhung, was gerade beim schnellen Anschlag, auf Drückjagden zum Beispiel wertvolle Zeit spart, in der man eventuell seinen Anschlag korrigieren muss, um nicht „schief“ durchs Glas zu schauen. Allerdings kostet die Bearproof knapp 100€, die sich für mich aber gelohnt haben.

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