US-Blankwaffen Teil II – Das Tomahawk

Ursprünglich eine Kriegswaffe der nordamerikanischen Ureinwohner und vieler indiansicher Stämme, feiert das Tomahawk heute eine Renaissance als vielseitigkeits Gebrauchsaxt. Da das Tomahawk in Europa, bis auf England, kaum genutzt wird, möchten wir in dem folgenden Artikel diesen Gebrauchsgegenstand und seinen Nutzen näher darstellen.

Die Geschichte des Tomahawks

CRKT Kangee T-HawkDas Tomahawk* fand am Anfang des 17. Jhd. Einzug in den amerikanischen Sprachgebrauch. 1607 begann man mittels der Indianer des Powhatan den amerikanischen Kontinent zu besiedeln und mit den Indianern Handel zu betreiben. Ein sehr beliebtes Handelsgut war das „europäische“ Tomahawk; denn das Tomahawk der amerikanischen Ureinwohner bestand aus einem angespitzten Feuerstein, der mittels einfacher Fasern an einen Stock gebunden wurde. Mit den ersten Siedlern kamen auch Metallbearbeitungstechniken auf den amerikanischen Kontinent, wodurch Siedler begannen metallische Tomahawks für die Indianer herzustellen und gegen Essen, Saatgut etc. zu tauschen. Die ersten metallischen Tomahawks leiteten sich aus der Boardingaxt der Royal NAVY ab. Charakteristisch für diese Äxte war neben der normalen Axtklingen, ein Dorn zum Aufbrechen oder Spalten von Holz.

Die meisten Tomahawks der damaligen Zeit aber auch heutzutage, bestehen aus einem ca. 60cm langen Schaft aus Hickory- oder Ahornholz und einem 250g – 500g schwerem Axtkopf, dessen Schneide nicht länger als 10cm ist. Gegenüberliegend ist oft ein Dorn oder eine flache Hammerfläche, selten ein Pfeifenkopf.

Der Gebrauch des Tomahawks

Zunächst wurde das Tomahawk* als Werkzeug von Trappern und Siedlern benutzt. Aus dieser Zeit kommen auch verschiedene amerikanische Fleischzuschnitte, die wir in Deutschland so nicht kennen. Aufgrund der Grobschlächtigkeit des Tomahawk, konnten die damaligen Siedler lediglich sehr grobe Fleischzuschnitte mit diesem Werkzeug schneiden, jedoch efreuen sich diese Fleischzuschnitte in den USA großer Beliebtheit. Ein gutes Beispiel ist der „Chuck Flap edge Roast“ Zuschnitt, dieser wurde durch die Verwendung eines Tomahawk zum Schlachten, erfunden. Zudem gibt es Zuschnitte, die nach dem Tomahawk benannt sind, wie den „Amerikan Ribeye Tomahawk“. Während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges im späten 18. Jhd. beschaffte die britische Armee das Tomahawk als Standardwaffe für jeden ihrer Soldaten (Zu sehen in dem Film „The Patriot“ mit Mel Gibson). In den Folgejahren nach dem Krieg, beschaffte die U.S. ARMY das Tomahawk auch für die US-Ranger, wo es bis heute u.a. im Vietnam-Krieg sowie in den ersten Irak-Kriegen Anwendung fand. Wir haben das Tomahawk als Fahrzeugausstattung von US-Cavallery-Einheiten kennengelernt.

Verwendet wir das Tomahawk allerdings nicht nur vom Militär, sondern auch Polizei oder Forstbehörden schätzen dieses Werkzeug sehr. In den USA erfreut sich Tomahawk großer Beliebtheit bei Wurfwettbewerben oder im Outdooreinsatz. Wir finden da Tomahawk aufgrund seines geringen Gewichtes sehr vorteilhaft und möchten es auf keinem Outdoortrip vermissen. In den letzten Jahren hat das Tomahawk wieder Einzug in die verschiedenen modernen Kampfsportarten gefunden; der Film „Abraham Lincoln Vampierjäger“ hat wahrscheinlich viel dazu beigetragen.

Neben dem Bowie knife ist das Tomahawk eine der wenigen rein amerikanische Messer-/ Werkzeugentwicklungen. In folgenden Artikeln werden wir unsere Erfahrungen mit diesen Werkzeugen darstellen.

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