Nichts los im Revier? Die Wildkamera klärt auf…

Kalb spielend(MB) In unserem aktuellen Artikel haben wir uns mit der Verwendung von Wildkameras beschäftigt. Wie und wo stellt man die Wildkameras am besten auf und welche Schlüsse kann ich aus dem gewonnen Aufnahmen ziehen?

Wie und Wo aufstellen?

Wir Jäger haben unsere Lieblingsplätze im Revier. Oft entscheidet man sich für den selben Sitz und erhofft das Glück aufs neue herausfordern zu können. Das Wild lernt jedes Mal dazu und auf einmal haben wir das Gefühl, das Revier sei ausgestorben. An diesen Lieblingsplätzen kann es also passieren, dass uns die Wildkamera keine Ergebnisse liefert.

Wir müssen uns also mal bewegen und neue Pfade gehen. Gute Orte eine Wildkamera aufzuhängen sind neben den Muffelwidderbekannten Suhlen und Salzlecken die belaufenen Wechsel, Ecken von Kulturzäunen, Zwangswechsel und natürlich Feldkanten an Waldrändern, an denen die Wechsel gut zu erkennen sind. Manchmal kann es auch einfach ein Waldweg sein, der gute Ergebnisse liefert, da das Wild sich natürlich auf diesen auch gerne bewegt. An den Feldfrüchten kann uns eine Kamera gute Bilder über Rottenstrukturen liefern.

Beim Aufhängen muss besonders die Höhe berücksichtigt werden. Unsere Leitwildart im Revier ist dabei entscheidend. Kein Reh und kein Frischling wird gut abgebildet, wenn die Kamera auf Brusthöhe hängt. Wenn die Kamera aus irgendwelchen Gründen hoch hängen muss, dann bietet es sich an einen Stock dainter zu klemmen, um den MuffellämmerAufnahmewinkel Richtung Boden zu korrigieren. Schauen Sie auch nach der Himmelsrichtung. Die Linse sollte nicht direkt „in die Sonne“ schauen. Der Blitz der meisten Kameras ist sogar mehrstufig einstellbar, so dass eine Aufnahme mit geringem Lichteinfall oder bei totaler Finsterniss trotzdem gegeben ist.Je nach Modell gibt es Seitensensoren, die die Wechsel besonders gut überwachen. An einem Wechsel macht es Sinn mehrere Kameras mit verschiedenen Ausrichtungen oder die Aufnahmerichtung ca. 45° zum Wechsel auszurichten. Damit erhalten wir gute Profilbilder. Die meisten Kameras bieten ziemlich viele Aufnahmemöglichkeiten. Es gibt Zeitintervalle zwischen den einzelnen Aufnahmen oder auch die Möglichkeit in bestimmten Abständen einfach ein Bild zu schießen. Die Videofunktion zum Teil mit Film verbraucht mehr Speicher auf der SD Karte, ist aber zu bestimmten Jahreszeiten ein schönes Feature der Wildbeobachtung. Hier muss man ein bisschen Ausprobieren und die eigene Vorliebe entdecken.

Mehrere Kameras im Radius von zehn Metern um einem Punkt haben sich für das Ansprechen von TrophäenträgernMuffelschaf bewährt. In manchen Revieren unserer Republik spielt die Ansprache der Qualität der Trophäe nach wie vor eine Rolle. Da hilft Bildmaterial aus verschiedenen Richtungen definitiv weiter. Möchte man zur Brunft ein paar Aufnahmen haben, dann empfiehlt es sich in der Peripherie ein paar Kameras aufzuhängen. Beim Damwild kann man unter Berücksichtigung des Risikos beim Auslesen Unruhe zu machen, sogar in die Nähe der Brunftkuhlen Kameras installieren. Hier würde allerdings eine eMail oder SMS taugliche Kamera Abhilfe leisten, denn da muss man zum Auslesen nicht an das Gerät.

Ebenfalls sind Verletzungen gut erkennbar. Ein nicht erfolgreich zur Strecke gebrachter Lauf-, Gebräch- oder Krellschuss läßt sich sehr gut mittels Kamera erkennen. Beim Fuchs ist die Räude per Bild nachweisbar. Mit ein wenig Glück kann man über diese Aufklärung dem Leid des ein oder anderen Stückes ein Ende setzen.

Auswertung

Wildkameras lügen nicht. Unser ehrlicher Jäger liefert uns in den von uns konfigurierten Modi Bilder oder Filme über die Geschehnisse im Revier. Und das so lange, wie wir die Batterieleistung aufrecht erhalten. Zur Auswertung der Bilder empfiehlt es sich Aufzeichnungen anzufertigen. Besonders gut sind dabei die Zwillingsbilder. Also zwei unmittelbar nacheinander aufgenommene Fotos.

Kalb säugendEin Jagdtaschenkalender kann genutzt werden, um die aufgenommene Wildart mit Standort, Uhrzeit, Alter und Geschlecht aufzuzeichnen. Eine rechnergestützte Tabelle kann abgespeicherte Zeitreihen über mehrere Jahre dokumentieren und es ist möglich ein Aktivitätsprofil für das eigene Revier aufzustellen. Noch nie gesehene Stücken kann man punktgenau eintragen. Wann wurde der Nachwuchs gesetzt/ gefrischt/ gewölft? Sind die Überläufer schon verstoßen worden? Wo stehen die Kitze? Wo stehen die Kälber? Welche sollte man schonen, welche der Wildbahn entnehmen? Die Bilder und eine konsequente Dokumentation lassen die Entscheidung leichter fallen, als ein Sekundenfenster auf dem Ansitz im letzten Büchsenlicht. Wir können störungsärmer Jagen, wenn wir unser Wild und vorausgesetzt unser Revier kennen. Bei der Bejagung der Trophäenträger kann man sich im Kreise der Kameraden auch noch mal vergewissern, mit was wir es zu tun haben. Ist es nun ein a oder b Hirsch? Ist der Widder ein Einwachser? Die Bilder geben uns genügend Zeit zu beurteilen, zu lernen und zu entscheiden. Hat man mehrere Kameras kann man auch die Bewegungsprofile der Individuen nachvollziehen. Werden z.B. mehrere Kirrungen betrieben und eine Rotte nimmt diese alle an, kann man feststellen wann und wo die Rotte regelmäßig beginnt und wann und wo sie satt ist.

Speak Your Mind

*