Foto: EAST COAST RELOADING SUPPLIES

Ja, auch die 6.5 Creedmoor ist ein interessantes Kaliber. Aber das Interesse an dem Kaliber steht in keinem realistischen Verhältnis zum jagdlichen Nutzen solcher Exoten. Wer bis 250 m weit bis 150 kg schweres Wild bejagen will, für den ist es egal, mit welchem Mittelkaliber er jagen geht. Hauptsache die Büchse schießt damit präzise. Bewährte Weltkaliber wie die .308 haben den Vorteil von einem reichhaltigen Angebot an guten Fabrikpatronen mit guten Geschossen.

Allerdings haben Patronen mit mehr Hülsenvolumen eindeutige Vorteile: man muss sich mit Pulvermischungen weniger verkünsteln und kann mit moderaten Gasdrücken sanfter und präzise schießende Patronen laden als mit kleineren Patronen.

Zum Vergleich die Hülsenvolumen vergleichbarer Kaliber:

6.5 Creedmoor 3,4 ccm
7×57 3.9 ccm
6.5×55 3,75 ccm
.308 Win 3,6 ccm
7mm – 08 Rem 3,6 ccm
.25-06   4,3 ccm
.270 Win 4,3 ccm
7×64 4,48 ccm
.30-06 Spr 4,4 ccm

Mehr Hülsenvolumen heißt mehr Pulverraum, d. h. nicht nur mehr Reserven für weite Distanz, sondern auch mehr Universalität durch schwerere Geschosse. Hier bietet die .30-06 von allen Mittelkalibern am meisten, gleich dahinter mit dem selben Pulverraum die .270 Win mit Geschossen bis 9,7 (-10) g. Wer nur Rehwild jagt, kommt mit weniger Pulver aus, außer er will die über 250 m weit schießen. Für Wild über 150 (-170) kg brauchen wir Geschosse, die auch dickere Wildkörper durchdringen, also mind. 10,7 g und schwerere Geschosse brauchen dann auch mehr Pulver dahinter, wenn wir die bis 300 m und weiter schnell genug ins Ziel bringen wollen.

Die Geschossmasse ist wichtig für die ausreichende Penetration; die Zielgeschwindigkeit ist entscheidend für die Augenblickswirkung des Geschosses. Am wichtigsten für die Wirkung des Geschosses ist jedoch der Treffersitz.

Christoph Pirker

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