In den vergangenen Artikeln haben wir uns mit der Wahl der Optik, der Anschaffung eines Schalldämpfersdem Abzug, einem neuen Schaft und der Wahl eines Futterals für unsere Projektwaffe beschäftigt. Da wir uns ungerne mit den bisherigen Lösungen einfach so zufrieden geben wollten, haben wir eine weitere Variante des Transportschutzes für unsere Waffe getestet und zwar ein Scope Cover der Firma Air Armor Tech.

Der Transport von Waffen unterliegt in Deutschland strengen gesetzlichen Regelungen und muss von Jägern sowie Sportschützen genau beachtet werden, da ansonsten hohe Strafen drohen. Egal, ob man seine Waffe zur Jagd, zum Büchsenmacher oder zum Schießstand transportiert, der Jäger hat eine Sorgfaltspflicht beim Transport seiner Waffe. Im vergangenen Artikel haben wir ein geeignetes Futteral für den Waffentransport vorgestellt nämlich das TT DBL Modular Rifle Bag von Tasmanian Tiger. Dieses Futteral erfüllt den gesetzlichen Anspruch für den sicheren Waffentransport. Das von uns getestete Air Armor Tech Scope Cover erfüllt die gesetzlichen Anforderungen jedoch nicht und ist somit nicht als Futteral anzusehen. Der von uns getestete Visierschutz ist vielmehr als Ergänzung zum Futteral zu betrachten oder als Visierschutz für den Transport der Waffe im Revier.

Die Firma Air Armor Tech

Bevor wir genauer auf den Optikschutz eingehen, möchten wir gerne noch einige Worte zu der Firma Air Armor Tech verlieren, die uns bislang nicht bekannt war. Wir haben die Produkte der Firma auf einer Messe das erste Mal gesehen und konnten uns nicht von dem Gedanken lösen, eines dieser Produkte mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Air Armor Tech ist eine texanische Firma. Die Gründer haben ebenfalls einen militärischen Hintergrund; allerdings stammen sie nicht, wie man vermuten könnte, aus Infanterieeinheiten, sondern von der Air Force. Der ursprüngliche Gedanke der Firmengründer war es, eine geeignete Schutzhülle für die Helme von Kampfjetpiloten zu entwickeln. Nachdem die ersten Prototypen entwickelt wurden, erkannten die Entwickler, dass das Funktionsprinzip der Helmtaschen genauso gut für Visiere von Infanteriewaffen angewendet werden kann und entwickelten Visierschutztaschen und Futterale.

Die Idee hinter den Produkten von Air Armor Tech

Wie bereits erwähnt, stammt die Idee hinter Air Armor Tech von ehemaligen Air Force und U.S.M.C. Piloten, die einen Weg suchten, ihre unverschämt teuren Helme richtig zu schützen. Schnell sind die Entwickler auf die Idee gekommen, ein ähnliches Prinzip wie beim Auto-Airbag für den Schutz ihrer Helme zu nutzen. So kam es dazu, dass Blaine “Rock” Tompkins eine Tasche mit integrierten Airbags baute, um damit seinen Helm zu transportieren und ausreichend vor Stürzen und Schlägen zu schützen.

Herr Tompkins hat den Gedanken weiterentwickelt, aus der Helmtasche noch weitere Taschen für den Transport von Infanteriewaffen sowie deren Optiken entwickelt und zur Marktreife gebracht. Die Ergebnisse können Sie auf der Homepage von Air Armor Tech betrachten. Kaufen können Sie die Produkte in Europa derzeit ausschließlich bei Bravo Hunting.

Die Funktionsweise von Air Armor Tech Cases

Letztendlich steckt hinter der Schutzwirkung ein einfaches Prinzip: Man nehme aufblasbare Luftkammern, umschließe diese mit einem Corduragewebe und schneidere daraus ein Waffenfutteral. Das äußere Nylongewebe ist sehr strapazierfähig, wasserabweisend und kann nur schwer durchstochen oder zerrissen werden. Die Luftkammern bestehen ebenfalls aus einem ausreichend stabilen Material, so dass diese nicht ohne weiteres platzen können. Alle Reißverschlüsse sind wasserfest versiegelte Produkte der Firma YKK.

Der Reviertest des Air Armor Tech Scope Cover Extreme 16

Air Armor Tech Scope Cover Transport

In unserem Test haben wir die Reviertauglichkeit des Air ArmorTech Extreme 16 überprüft. Das Scope Cover Extreme 16 ist für Optiken bis 56er Durchmesser geeignet. In unserem Test haben wir das ZX5 3-15 der Firma MINOX verwendet. Die Anwendung des Extreme 16 ist denkbar einfach; Sie schlagen die Optik samt Waffe in die Tasche ein, schließen die Verschlüsse und pusten die Luftkammern mit Ihrer Atemluft auf. Wer möchte kann auch den mitgelieferten Blasbalg benutzen. Aufblasen können Sie die Luftkammern über einen seitlich angebrachten Verschluss, der mit einer Konterschraube gesichert ist. Sie finden hierzu unzählige Videos im Netz oder besser auf der „How-To-Seite“ des Herstellers. In aufgepusteter Form umschließt das Extreme 16 die gesamte Optik sowie Teile der Waffe. Sie können die Waffe nun am langen Arm zum Hochsitz tragen.

Am Hochsitz angekommen und aufgebaumt, können Sie diverse weitere Dinge mit der Tasche machen. Zum einen können Sie die Tasche als Waffenauflage benutzen. Auf der Abbildung sehen Sie zwei unterschiedliche Varianten, wie Sie dies machen können. Um die Waffe als Auflage zu verwenden müssen Sie zuvor das richtige Füllmaß der Luftkammern ermitteln. Ist zu viel Luft in der Tasche wackelt die Waffe; ist zu wenig Luft in der Tasche ist diese als Auflage wertlos. Wir haben die Taschen so weit aufgepustet, bis wir beim Einpusten der Luft in die Luftkammern einen leichten Wiederstand gemerkt haben.Zum anderen ist es für den Winteransitz immer ganz angenehm, wenn man etwas Warmes unter dem Hintern hat und natürlich können Sie die Tasche auch als Sitzkissen verwenden.

Air Armor Tech Scope Cover Trageweise
Air Armor Tech Scope Cover Auflage kurz
Air Armor Tech Scope Cover entfaltet u. komprimiert

Das Extreme 16 besitzt zwei Schutzlaschen für das Okular und das Objektiv der Optik. Diese Schutzlaschen können Sie nach oben klappen, was das Schießen mit angebrachter Schutztasche ermöglicht. Militärisch ist dies notwendig, auf der Jagd kann man auf diese Weise schnell reagieren falls sich einem auf dem Weg zum Ansitz eine Schussgelegenheit bietet. Wir haben diese Variante auf der Schießbahn getestet und fanden, dass es durchaus möglich ist so zu schießen allerdings ist es nicht sehr komfortabel und sollte nicht die erste Wahl sein. Sollten Sie das Extreme 16 einmal nicht mehr benötigen, so ist dies auch kein Problem. Die Tasche lässt sich, wie auf der nebenstehenden Abbildung gezeigt, auf 15% des vollen Volumens komprimieren. Das macht den Transport der Tasche in einem Rucksack oder in der Jackentasche sehr einfach und komfortabel.

Fazit

Das Extreme 16 erfüllt leider nicht die Anforderungen an ein Futteral zum sicheren Waffentransport, ansonsten würden wir nichts anderes mehr verwenden. Das Extreme 16 ist der minimalste Ansatz einer Schutzhülle für die Waffe und zudem vielseitig einsetzbar. Auf Grund der deutschen Rechtsbestimmungen können Sie das Extreme 16 für den Transport der Waffe zum Hochsitz verwenden. Wir haben die Waffe samt Extreme 16 im Futteral untergebracht und im Revier einfach herausgenommen. Praktisch ist, dass man stets eine Waffenauflage zur Hand hat und die Waffe komfortabel tragen kann. Zudem ist die Optik vor Witterungseinflüssen geschützt und die Optik ist sicher vor Schlägen verwahrt. Wer auf die beschriebenen zusätzlichen Funktionen wert legt, dem können wir das Extreme 16 nur empfehlen. In einem weiteren Test werden wir uns noch die Futterale der Firma Air Armor Tech ansehen. Wir sind aber schon jetzt der Meinung, dass sich der Kauf lohnen wird.