Im Januar konnten wir euch über die vielseitige ILG Jacke von Carinthia berichten. Der verspätete Wintereinbruch kam uns nun gerade recht, um die MILG Jacke von Carinthia einzusetzen und auch davon ein praxisnahes Bild zu erhalten.

Die Drückjagdsaison war zwar zu diesem Zeitpunkt bereits vorüber, aber bei Ansitzen, Hundeausbildung, Revierarbeiten und einer Jagdreise nach Schweden haben wir bei den winterlichen Temperaturen genügend passende Momente gehabt um uns ein Urteil über die neue Jagdjacke für die kalte Jahreszeit bilden zu können.

Eine Jacke für die kalten Jagdtage

Die ILG Jacke überzeugt durch ihren ganzjährig möglichen Einsatz. Die Firma Goldeck Textil, Inhaber der Marke Carinthia, aus dem österreichischen Kärnten setzt bei der MILG auf ein etwas anderes Prinzip. Die MILG Jacke ist ebenso salonfähig, einfach schick möchte ich sagen, aber auf Grund des Einsatzspektrums „Kälte“ etwas voluminöser. Sie ist ca. 1.500g leicht, hat als äußerste Schicht absolut die Funktion, die Kälte vom Körper fern zu halten, und trägt dabei optisch trotzdem nicht auf. Trotz der Kompaktheit und dem sportlichen Schnitt hat man das Gefühl, einen guten Isolator zu tragen. Nicht umsonst ist Carinthia schon lange mehr keine kleine Marke im Bereich der Kälteschutzbekleidung.

Ich habe seit mehreren Jahren auf Empfehlung und Vermittlung eines österreichischen Freundes einen Ansitzsack von Carinthia im Einsatz. Die MILG als junges Produkt ist eine herrliche Ergänzung zum Ansitzsack. Ich meine damit nicht ausschließlich den modischen Aspekt. Keine Angst! Den Ansitz verbringt sicherlich jeder von uns in geruhsamer Umgebung und fern von Beobachtern, die sich Gedanken über passende Farben oder Ähnliches machen würden. Nein, ich meine die isolierende Funktion der gefütterten Kapuze, der gefütterten Taschen, dem tiefen Saum im Rücken; alles in allem die Vorteile des klassischen Loden. Die Jacke ist rundum warm und somit für den Winteransitz als äußere Schicht bestens geeignet.

Ausstattung

Die Kapuze möchte ich besonders erwähnen. Trotz Gehörschutz war es möglich, diese mittels der drei Kordeln so einzustellen, dass das Sehfeld komplett frei blieb. Die Kapuzenränder sind seitlich so eingekürzt, dass man gegenüber herkömmlichen Kapuzen einen Rundumblick hat, ohne den Kopf ständig drehen zu müssen oder gar mit den Händen den Kapuzenrand festhalten zu müssen. Sehr praktisch!

Wie auch die ILG ist die MILG mit allerlei sinnvollen Taschen ausgerüstet. Zu Anfang war ich mir gar nicht so sicher, was man denn da alles unterbringen soll. Die Ärmeltaschen habe ich aber nach einer Weile sehr liebgewonnen. Ein Magazin, einfacher Gehörschutz, Dokumente, Portemonnaie, ja selbst eine einfache Hundeleine haben in ihnen Platz.

Als abweichende Funktion zur ILG und zum G-Loft Loden Parka hat die MILG eine besonders große Rückentasche. Ähnlich den Hasentaschen oder einfachen Stautaschen wie bei den Smocks bekommt man hier allerlei Dinge unter. Sei es nun ein Sitzkissen, eine Decke oder Proviant. Das Ortungsgerät für Hunde passt ebenfalls super rein.

Die Tasche ist wasserfest, so dass auch Wild darin aufbewahrt werden kann. Ich habe zum Beispiel Schleppwild darin untergebracht. Ich glaube, ein Dackel- oder Terrierwelpe passt da an Stelle des bequemen Platzes im Rucksack auch bis zu einem bestimmten Alter hinein. Für diejenigen, die sich jetzt wundern: es war früher durchaus üblich, auf dem Fahrrad oder Motorrad mit Flinte und Hund auf dem Rücken ins Revier zu fahren. Bei Arbeiten im Revier finden problemlos Hammer, Nägel oder Astungssäge darin Platz.

Die MILG im Revier

Für die Pirsch ist die Jacke meines Erachtens nur dann geeignet, wenn man darauf achtet, die erste und evtl. zweite Bekleidungsschicht an das Können der Jacke anzupassen. Bei zügigem Marsch, Nachsuchen oder anspruchsvollen Gelände wird es richtig warm. Die seitlichen Eingriffe, die sich unter den Achseln befinden, kann man jedoch zur Ventilation öffnen. Aber warm ist die Jacke wirklich. Das muss man austesten.

Die meisten Anschlagsarten lassen sich mit dieser Jacke wirklich gut durchführen. Trotz des Volumens ist man geräuschlos und ausreichend beweglich. Wer das meiste der mitgebrachten nützlichen Dinge in der Rückentasche verstaut hat, kann auch getrost in den liegenden Anschlag übergehen. In diesem Fall kann zusätzlich die Kapuze, insofern man sie auf dem Kopf hat, schnell am Hinterkopf verstellt werden, um den Blick bergauf nicht zu behindern.

Kurz nach Ostern hatte ich dann noch eine Einladung nach Schweden. Ziel war es, Biber zu jagen. Vorerst musste allerdings die Waffe Probe geschossen werden, da ich selbst keine eigene mitnehmen wollte.

 

Im Revier waren die Wasseroberflächen zumeist auf Grund der niedrigen Temperaturen noch gefroren und nur an zwei Stellen war es aussichtsreich, Beute zu machen. Die Temperaturen hoch im Norden waren noch eisig und nur ein paar hundert Meter hinter der Ostseeküste war auch der Wind nicht der beste Freund.

Die Jacke konnte hier gute Dienste leisten. Den Regen hält sie nur bedingt für längere Zeit ab. Aber das System MILG ist von Haus aus keine Regenjacke, sondern eine wärmende Jacke.

Bei den Ansitzen unter den zu dem Zeitpunkt vorherrschenden Bedingungen war ich froh, die Jacke mit gehabt zu haben. Den Ansitzsack hätte ich allerdings noch zusätzlich gebraucht. Nächstes Mal geht der mit ins Handgepäck. Rücken, Kopf, Arme, alles war warm, was die Jacke überdeckt hatte. Einen Biber konnte ich nur einmal kurzzeitig hinter mir bemerken. An Schießen war jedoch nicht zu denken. Aber so ist es nun mal bei der Jagd. Dafür war es ein Traum, in der dortigen Landschaft ansitzen zu dürfen. Frischlinge, Bachen, Meeresvögel, ein verfegter Bock, Hasen und auch Füchse waren reichlich im Anblick.

Service ist wichtig

Ein kleines Verarbeitungsproblem bei einer der Kordeln der Kapuze sorgte bis zur vollkommen unproblematischen Reparatur für eine eingeschränkte Nutzbarkeit. Der Service von Carinthia war professionell und nach nur drei Tagen war die Jacke wieder bei mir. Hier habe ich innerlich allerdings auch bei dem Preis der Jacke von ca. 350 € die Erwartung an solch eine Behandlung des Problems gehabt. Made in Europe und zuverlässiger Service sprechen für sich.

Zu den Größen möchte ich erwähnen, dass mir aufgefallen ist, das die Maße etwas großzügiger ausfallen als bei anderen Modellen. Zumindest in meinem Fall musste ich die Jacke in eine kleinere Größe tauschen. Also pauschal eine Nummer größer nehmen für eine Schicht darunter macht nach meiner Erkenntnis keinen Sinn. Ausprobieren!

Fazit

Alles in allem ist es einfach schön, eine derartig funktionierende und wie erwähnt gut aussehende Jacke an Bord zu haben. Ich schätze sie vor allem als Revierjacke. Für Drückjagden und die aktive Pirsch werde ich sie weniger einsetzen, zumal, wie erwähnt, der Temperaturbereich irgendwo unter zehn Grad Celsius sein sollte. Es macht daher Sinn, sie bei kalten Temperaturen im Auto oder auf der Hütte dabei zu haben.

 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Kommentieren Sie hier!
Bitte geben Sie Ihren Namen ein