(MB) Wer als Schweißhundführer, Durchgehhundeführer, Pirsch- oder Niederwildjäger jagen und Weidwerken kann, weiß was ich meine wenn ich sage: „Habe ich auch wirklich alles dabei?“ Oder man hat mit hoher Wahrscheinlichkeit alles dabei, weiß aber nicht in welche Tasche man was verstaut hat. Das verwundert überhaupt nicht, denn beim Nachsuchen und Durchgehen mit den Hunden sammelt sich mittlerweile einiges an nützlichen Werkzeug und auch lebensrettenden Material an. Man möchte meinen es gibt andauernd Neuigkeiten, die wichtig sein können beim Jagen.

Um all diese Dinge mitzuführen und diese trotzdem nicht als Störfaktor zu empfinden, sollten sie gut verstaut und wiederauffindbar untergebracht werde.

Die Qual der Wahl

Westen, Rucksäcke, Jacken, Gürtel, die Möglichkeiten seine Ausrüstung mitzuführen sind vielfältig. Ich habe drei Saisons verschiedene sogenannte Hundeführerwesten mit vielen Taschen im Einsatz gehabt. Die Haltbarkeit war immer begrenzt und nach nassen Jagdtagen musste ich die komplette Ausrüstung entleeren und trocknen, weil keine der Westen wasserfeste Taschen hatte.

Häufig waren sie auch einfach zu warm, da sie eine weitere Bekleidungsschicht darstellten. Die Utensilien selbst habe ich dann, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen, in Gefrierbeutel mit Zipper verpackt. Aber auch diese musste man aus den Taschen holen, damit der Stoff der Weste trocknen konnte.

Und der Transport von Feuchtigkeit und Wärme vom Körper durch die Kleidung erfährt durch Plastikbeutel natürlich keinen Vorteil. Manchmal haben die Reißverschlüsse nicht mehr geöffnet oder bei nicht ganz geschlossenen Taschen, waren am Ende der Jagd mehr Fichtennadeln in meinen Taschen, als auf dem Waldboden.

Ähnliche Nachteile ergeben Sich durch Parka (im Sommer und bei Bewegungsjagden zu warm) oder Rucksäcken (teilweise zu sperrig oder Hitzestau am Rücken und damit verbunden eine deutlich höhere Erkältungsgefahr bei Marschpausen im Winter).

Ausrüstungsgürtel

Nachdem ich Aurüstungsgürtel bei befreundeten Jagdkameraden gesehen habe, habe ich mich dazu entschieden es ebenfalls mit so einem Gürtel zu probieren und mir einen Ausrüstungsgürtel, Drückjagdgürtel oder Duty-/Warbelt angeschafft. Einige werden solche Gürtel von der Baustelle oder dem Dienst in der Bundeswehr kennen. Sie sind meist modular aufgebaut und bieten Platz für einen Grundstock an Ausrüstung auf die man kurzfristig zurückgreifen möchte.

Neben dem Gürtel selbst entfällt ein Großteil des Preises auf die dazu notwendigen Taschen, aus Preis-/Leistungsgründen viel meine Wahl auf den Tasmanian Tiger „TT Warrior Belt LC“ in der Größe M.

Ein „Dutybelt“ ist so aufgebaut, dass er über der Kleidung getragen wird und durch auf der kompletten Oberfläche befindlichen Schlaufen mit unterschiedlichen Taschen, Holstern, Scheiden und Halterungen ausgestattet werden kann.

Der Gürtel ist dabei gepolstert und so breit, dass er als angenehm zu tragender Hüftgurt, ähnlich wie bei einem großen Rucksack, getragen werden kann. Die Verschlüsse können sehr schnell entsprechend der Kleidung an den Umfang angepasst werden.

Meine Ausrüstung am Mann

Wie angesprochen habe ich das Modell TT Warrior Belt LC von Tasmanian Tiger getestet. Ausrüstung die ich unterbringen wollte, zähle ich hier mal auf:

  • Verbandszeug
  • Tourniquet
  • Wasserflasche klein (entweder für die Hunde oder mich selbst)
  • Garmin Handgerät für die Hundeortung bzw. zum Tracking und Orientieren
  • Kompass
  • Kartenmaterial (wird meist vom Jagdleiter ausgegeben)
  • Abfangmesser
  • Saufederklinge
  • Telefon
  • Knicklicht
  • Markierband
  • Frischhaltefolie
  • Reservemunition
  • Gummihandschuhe
  • Wildhaken
  • Hundeleine
  • Schutzbrille für Dickungen und Buchenpeitschen

Das sind eine Menge Dinge die einem aber im richtigen Moment das Leben erleichtern können.

Zum Gürtel dazu, hat man vom Hersteller Tasmanian Tiger eine große Auswahl an verschiedensten Taschen. Ich habe mich für das Admin Pouch, den Tourniquet Pouch, das Tac Pouch TREMA und das Tac Pouch 6 entschieden. Eine reine Wasserflaschentasche habe ich leider nicht finden können. Durch das Tac Pouch TREMA kann man allerdings einen Schlauch aus einem Wasserbehälter heraus führen. Für die Klingen habe ich mir Kydex Scheiden anfertigen lassen, da diese kein Standardmaß besitzen. Die Saufederklinge ist zusammen mit dem mittlerweile an Stelle der Carbon Rohre dazu erhältlichen Griff dann neben dem Abfangmesser je nach Situation genauso schnell greifbar.

Im Admin Pouch führe ich das Telefon, die Ersatzmunition und Schreibmaterial mit.

Erste Hilfe Ausrüstung

Verbandszeug kann man wahrscheinlich nicht genug dabei haben. Bei vielen Jagden werden Hunde verletzt. Sei es nun durch Sauen oder einfache Äste bzw. Stürze. Die Verletzungen sind sehr oft nicht lebensbedrohlich, dennoch ist es gut auf das schlimmste vorbereitet zu sein. Die kürzlichen Ereignisse in Mecklenburg Vorpommern sollten uns allen eine Lehre sein.

Daher rate ich jedem dazu einen „Erste Hilfe“ Kurs für Hunde und Menschen zu absolvieren. Da erfährt man insbesondere was man an Ersthelferausrüstung bei sich haben sollte.

Nun verletzen auch wir Menschen uns ab und an, oder wir werden verletzt. Auch dafür sollte man daher bei Drückjagden und Nachsuchen gewappnet sein. Je seltener man diese Hilfsmittel braucht, umso besser. In den Tac Pouches habe ich also Mullbinden und diverse andere Ersthelferausstattung, die man aus dem Sanitätskasten kennt. Auch eine Rettungsedecke ist dabei. Schokolade und Traubenzucker runden die Vielseitigkeit ab. Der Tourniquet, der hoffentlich nie zum Einsatz kommt, ist in der vorher angesprochenen Tasche passend untergebracht und so verstaut, dass er sehr schnell griffbereit.

Verarbeitung und Qalität

Alle Taschen lassen sich durch die Anordnung der robusten Reißverschlüsse von allen Seiten öffnen. Der Inhalt kann innerhalb der Taschen durch vorhandene Flex-Bänder und durch Laschen zusätzlich gesichert werden. Dies dient der Ordnung und der Geräuschkulisse.

Die Taschen lassen sich sehr unkompliziert am Gürtel befestigen. Die Knöpfe dagegen lassen sich nicht leicht öffnen, was ein von selbst öffnen unter Zug verhindert. Die Schlaufen am Gürtel sind so gestaltet, dass die Riemen der Taschen leicht hindurch geführt werden können. Ohne großes Gefummel lässt sich die Anordnung der Taschen bei Bedarf recht zügig ändern. Für meine Taschenlampe gab es extra für Dutybelts eine professionelle und robuste Halterung. Für diejenigen, die gerne eine Kurzwaffe führen gibt es nahezu unendlich viele raffinierte Holstersysteme, die problemlos am Gürtel befestigt werden können. Ich selbst besitze keine Kurzwaffe, konnte diese Holster aber im Handel ausprobieren.

Die Kydex Scheiden sind mit Gummiband ohne weiteres am Gürtel zu befestigen. An den außen liegenden Schlaufen der Taschen habe ich zusätzlich Karabiner für die Handschuhe, Gehörschutz oder Sendehalsbänder. Sie dienen aber auch als Kleiderhaken, um den Gürtel selbst aufzuhängen.

Verwendung

Im Revier Trage ich den Gürtel witterungsabhängig über meiner Jacke oder meinem Jagdhemd. So kann ich die Bekleidungsschichten optimal an die Wetterbedingungen anpassen ohne dafür auf einen Teil meiner Ausrüstung verzichten zu müssen. Je nach Bedarf kann ich auch einige der Taschen/Gegenstände zu Hause oder im Auto lassen, falls ich schlanker durchs Unterholz krauchen möchte. Selbst bei Ansitzjagden lasse ich bei moderaten Witterungsbedingungen meinen Rucksack zu Hause. Den Grütel trage ich bis zur Kanzel. Dort angekommen lege ich diesen ab und kann gewohnt komfortabel meinen Ansitz durchführen.

Resümee

Den größten Vorteil am System des TT Warrior Belts LC sehe ich darin, dass ich die dringlichste Ausrüstung fertig gepackt am Haken hängen habe. Das Gewicht liegt je nach Inhalt bei nicht mal 3 kg. Die Taschen sind wasserfest und haben eigentlich nur den Nachteil, dass sich in den Räumen zwischen Gürtel und Taschen sehr viele Nadeln ansammeln, wenn man viel durch Dickungen kraucht. Das lässt sich aber leicht vor dem Verstauen im Auto beheben.

Einen Gürtel für die Niederwildjagd kann man meiner Meinung nach mit Taschen für Schrote oder verschossene Hülsen ergänzen. An Stelle einer Hasentasche kann man durch die Schlaufen am Gürtel kleine Schlingen für Fasan oder ähnliches binden und die Beute dann am Rücken oder an der Seite tragen.

Obwohl nicht für die Jagd konzipiert ist der Gürtel alles in allem eine sinnvolle Anschaffung, die ich nicht mehr missen möchte.

Im Moment denke ich sogar darüber nach, mir verschiedene Gürtel für verschiedene Einsatzzwecke herzurichten. Ähnliche Systeme gibt es aus Leder oder Loden, preislich nehmen sich diese nicht viel, jedoch habe ich die Modularität, die mir der TT Warrior Belt LC bietet, bis jetzt bei keinem rein jagdlichen Gürtel gefunden.

 

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