Viele von euch werden es über die Weihnachtszeit erlebt haben, Wildfleischgerichte gelten als Spezialität und gehören bei vielen Familien zur Weihnachtstradition.

Es ist aber auch zu beobachten, dass es zwei unterschiedliche Kategorien von Wildfleischneulingen gibt. Während die einen beherzt und interessiert in den Braten beißen, rümpfen andere die Nase und sind auch mit zehn Pferden nicht dazu zu bringen, Wildgerichte in den Mund zu nehmen und zu probieren.

Dabei scheinen sowohl geschmackliche als auch persönliche Gründe für die Skepsis gegenüber Wildfleisch eine wichtige Rolle zu spielen. Während wir persönliche Gründe nur mühsam mittels Argumenten (Stichwort: Wild ist im wahrsten Sinne des Wortes bestes Biofleisch) beikommen können, ist die Lage bei der geschmacklichen Abneigung anders.

Hier ist das erste Stück Wildfleisch entscheidend. Wir Jäger wissen es alle, Wild ist nicht Wild und jede Wildart hat ihren eigenen Geschmack. Daneben ist es entscheidend, welches Teil aus dem Wildbret serviert und wie es zubereitet wird. Filet, Lende oder Keule, jedes Stück schmeckt anders.

Der erste Eindruck zählt

Wenn man also Freunde, Bekannte oder die eigenen Kinder an Wildfleisch heranführen möchte, sollte man sich ganz genau überlegen, welches Stück man auf den Teller packen sollte. Es reicht oftmals nicht, einfach in die Truhe zu greifen und das erstbeste Stück in den Ofen zu schieben. Ist das Stück zu aromatisch oder fühlt sich von der Konsistenz zu unterschiedlich an, wird man die Person unter Umständen nicht für das Wildfleisch gewinnen können.

Die Methodik sollte daher dem Prinzip des Bekannten zum Unbekannten folgen, insbesondere dann, wenn man skeptische Kinder mit Wildfleischgerichten vertraut machen möchte.

Unser Vorschlag

Fast alle westlich geprägten Menschen lieben das Grillen, daher sind gegrillte Gerichte eine ausgezeichnete Möglichkeit, Neues auszuprobieren. Die Röstaromen geben einen gewissen Wiedererkennungswert. Es bietet sich unserer Meinung nach daher an, Neulingen gegrilltes Wildfleisch anzubieten.

Bei der Auswahl des Fleischstückes sollte Qualität vor Quantität stehen. Während das zweite und dritte Steak auch gerne mal aus der Hüfte stammen kann, bietet es sich an, das erste wildliche Geschmackserlebnis an einem Filetstück zu erfahren. Je zarter das Fleisch umso besser, das regt Appetit und Lust nach Mehr an. Die geschmackliche Experimentierfreude kommt dann schon ganz von alleine.

Als Wildarten bieten sich Reh, Dam- und Rotwild an. Der Fleischgeschmack ist nicht zu intensiv und das Filet lässt sich einfach und besonders zart zubereiten. Besonders hartnäckigen Skeptikern serviert man Filet-Medaillons in einem Speckmantel. Der Bacon verleiht dem Wildbret ein gewissen Etwas und mal ehrlich, wir alle kennen und lieben Speck.

Alternativ bietet sich weiterverarbeitetes Wild für die Verwendung in einem „Einsteigergericht“ an. Insbesondere Bolognese, Brat-, Mett- und Bockwürste aus Wild, sowie Wildburger sind dem „Original“ in Aussehen und Geschmack recht ähnlich und eignen sich daher sehr gut, erste Erfahrungen mit Verzehr von Wildbret zu sammeln.

Zu guter Letzt, wir alle wissen, dass an ein gutes Stück gegrilltes Fleisch eigentlich nur Salz und Pfeffer gehören. In diesem Fall heiligt aber der Zweck die Mittel. Wenn Kinder Ketchup und Erwachsene irgendwelche Saucen mögen, dann sollen sie das gegrillte Wildfleisch auch gerne mit Sauce probieren.

Schritt eins ist Wild essen, Schritt zwei ist Wild richtig essen!

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