Wenn man die eigene Hand vor den Augen nicht mehr sieht – Taschenlampen für die Jagd

RGB-Filter Nextorch TA40(MG) Die obere Jagdbehörde in Rehinland-Pfalz erlaubt bis auf Widerruf den Einsatz von künstlichen Lichtquellen (KLQ) zur Schwarzwildbejagung. Auf Grund der Möglichkeit mit KLQ auf Schwarzwild zu jagen suchen wir im folgenden Artikel nach einer geeigneten Taschenlampe.

Seit Ende August ist der Einsatz von KLQ (Taschenlampen und Handscheinwerfer) bei der Schwarzwildbejagung in Rheinland-Pfalz nicht mehr verboten, ebenso seit Ende November in Brandenburg. Der Grund für die Ausnahme durch die Allgemeinverfügung ist die Bedrohung aus Osteuropa durch die sog. Afrikanische Schweinepest (ASP). Allerdings ist die Verwendung von handelsüblichen Taschenlampen und Scheinwerfern nur dann erlaubt, wenn sie nicht an der Waffe montiert sind. Wir warnen Neugierige, denn handelt man zuwider, riskiert man eine Freiheits- oder Geldstrafe nach § 52 Absatz 3 Nr. 1 des Waffengesetzes und den Entzug der waffen- und jagdrechtlichen Erlaubnis. Genaueres können Sie im Staatsanzeiger RLP Nr. 32 nachlesen, zudem haben wir eine guten Hinweis von Jens Ole Sendke, Rechtsanwalt, im Netz gefunden.

Was muss die Taschenlampe für die Schweinejagd können?

Nextorch TA40Aus dem Dienstbetrieb kennen wir viele taktische Lampen und wissen, wie man mit diese fürs Schießen nutzt, auch ohne diese fest an der Waffe zu montieren. Ein bekannter Hersteller für taktische Taschenlampen ist Nextorch, weswegen wir auch bei dieser Firma nach einem geeigneten Modell gesucht haben. Wir haben uns schnell für die Nextorch TA40 entschiedene, da es für diese Lampe ein Hunting Set sowie RGB-Filter gibt und die Lampe handlich klein ist.

Wieso RGB-Filter? Unser Schalenwild hat sehr gutes Sehvermögen. Allerdings besitzt es jeweils nur einen Rezeptor für kurzwelliges Licht von Ultraviolett bis Blau sowie einen für den grünen bis gelben Farbbereich; wodurch unser Schalenwild mit dem Farbsehen einige Probleme hat. Die Grundfarben Rot und Grün kann das Wild kaum von der Umgebung unterscheiden. Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass Licht bei Wellenlängen zwischen 550 bis 700 Nanometer kaum wahrgenommen wird. Aber Vorsicht! Blautöne wirken wie Signalfarben.

RGB-Filter Nextorch TA40

Für die TA40 gibt es einen geeigneten RGB-Filter, mit welchem wir uns die Sehschwäche des Wildes zu Nutzen machen können. Das rote Licht ist gut geeignet, um den Weg zum Nachtansitz zu finden. Durch den Einsatz des roten Lichtes belasten Sie das eigene Sehvermögen nicht zu sehr und das Wild nimmt diese Farbe nur sehr schlecht war. Das kontrastreiche grüne Licht sollten Sie für die Wildbeobachtung und das Anleuchten von Wild, da wo es erlaubt ist, benutzen. Das blaue Licht soll dabei helfen Kontraste herzustellen und sogar Schweiß sichtbar zu machen. Auf der Abbildung sehen Sie einen Versuch von uns. Wir haben etwas Schweiß aufgefangen und diesen auf eine Wiesenfläche ausgebracht, um die Sichtbarkeit unter den verschiedenen Farbfilter beurteilen zu können. Unserer subjektiven Wahrnehmung nach, hat der blau Filter am meisten Kontrast erzeugt, allerdings kann man nicht davon sprechen, das er den Schweiß zum Leuchten gebracht hat. Weiterhin haben alle Filter mit allen Lichtintensitäten dem Weißlichtkegel gegenüber gestellt. Wie Sie auf der oberen Abbildung sehen, nehmen die Filter etwas von der Leuchtintensität weg, jedoch ist das verbleibende Licht immer noch stark genug, um einen zwei Meter Lichtkegel auf 35m Entfernung auszuleuchten.

Schweiß RGB-Filter Nextorch TA40

Praxis

Die technischen Daten können Sie ganz einfach dem Datenblatt des Herstellers entnehmen, wir möchten gerne im Folgenden auf die Praxis eingehen. Die TA40 ist eine hervorragende Taschenlampe für die Jagd. Als Begleiter bei der Pirsch oder der nächtlichen Jagd auf Schwarzwild konnte die TA40 überzeugen. Die Taschenlampe wird aus 6061-T6 Aluminium aus der Luft- und Raumfahrt gefertigt und macht dadurch einen sehr robusten Eindruck. Weiterhin ist die Taschenlampe bis zwei Meter Wassertiefe wasserdicht, der Dauerregen der letzten Tage in Rheinland-Pfalz konnten der Lampe also nichts anhaben.

Die Taschenlampe lässt sich, wie bei taktischen Lampen üblich, über einen Knopf auf der Rückseite des Lampenkörpers bedienen. Man kann die Lampe durch einen festen Druck auf den Knopf dauerhaft einschalten oder durch leichtes Antippen des Druckknopfes nur für die Dauer des Drückens den Lichtkegel abrufen. Hat man die Lampe einmal dauerhaft eingeschaltet, kann man sie durch leichtes Antippen des Druckknopfes in vier Stufen von 1040 Lumen, 530 Lumen über 360 Lumen auf bis zu 100 Lumen dimmen. Zudem hat man die Möglichkeit einen SOS-Morsecode einzustellen oder einen Strobe zur Selbstverteidigung.

Nextorch TA 40 Ausstattung

Wie oben gezeigt nehmen die Filter etwas von der Leuchtkraft der LED, liefern aber dennoch genügend Licht für die Nachsuche oder die Pirsch. Die Filter werden mittels einer Steckvorrichtung auf dem Lampenkopf montiert und können jeder Zeit auf einfache Weise ausgetauscht werden. Sollte man Trotz des montierten Filters einmal Weißlicht benötigen, so ist auch dies kein Problem. Ein Schnelllöseknopf lässt den Filter einfach zur Seite wegklappen und gibt den gewählten Weißlichtmodus frei.

Etwas schade fanden wir, dass der Lichtkegel der Lampe nicht verändert werden kann, sprich man hat nicht die Möglichkeit die Lampe zu fokussieren. Auch haben wir noch keinen passenden Holster für die Lampe gefunden, wenn der RGB-Filter montiert ist. Im Test haben wir die Lampe an einer einfachen Schlaufe am Gürtel getragen, was ein einfaches und auch probates Mittel war.

Wie kann ich das Wild am besten anleuchten?

Wir haben verschiedene Varianten ausprobiert das Wild anzuleuchten. Neben den RGB-Filtern haben wir versucht das Wild mit Weißlicht anzuleuchten. Am heftigsten hat das Wild auf das helle Weißlicht reagiert, rotes und grünes Licht schien es nicht zu sehr zu stören. Am wenigsten haben wir das Wild beunruhigt, wenn wir die schwächste Stufe auf der Taschenlampe eingestellt und oberhalb des Wildes angefangen haben, dieses zu beleuchten. War das Wild einmal im Lichtkegel konnte man auch die Intensität des Lichtes erhöhen.

Wieso ist nun die TA40 für die Jagd auf Schwarzwild besser geeignet als ein Handscheinwerfer? Die TA40 ist eine sog. taktische Einhandtaschenlampe, die es ermöglicht, die Taschenlampe mit der einen Hand auf ein Ziel auszurichten und mit der anderen Hand die Waffe zu bedienen, was mit einem Handscheinwerfer nicht ohne Weiteres möglich ist. Möchte man nun mit einer Taschenlampe jagen gehen, kann man mittels Einhandtaschenlampen einen speziellen Anschlag einnehmen. Im Grunde genommen nehmen Sie als Rechtsschütze die Lampe in die Linke und bedienen diese mit dem Daumen. Auf den linken Unterarm legen Sie ihre Waffe ab und schießen wie gewohnt aus dem sitzenden Anschlag.

Fazit

Im Einsatz und im Dienst haben wir sehr häufig auf diese Weise geschossen und sind von der Eignung dieser Taschenlampen überzeugt. Hat man noch nie mit taktischen Taschenlampen gearbeitet würde es sich anbieten vorher einmal trocken zu trainieren. Bevor Sie dies im Revier durchführen, sollten Sie erstmal auf dem Stand überprüfen ob Ihre Schießergebnisse vom üblichen Anschlag abweichen. Sollte dies der Fall sein, sollten Sie im Sinne der Waidgerechtigkeit auf die Jagd mit der Taschenlampe verzichten bevor Sie nicht ausgiebig genug geübt haben. Die TA40 können wir jedoch bedenkenlos empfehlen, da auch der Preis von ca. 90 Euro angemessen ist.

Comments

  1. Titus von Unhold says:

    Warum (zum Henker) kommt eigentlich kein Mensch auf die Idee (Klemm-)Stative zu nehmen? https://www.youtube.com/watch?v=Z5ETEoIBDbA

    • Waldemar Geiger says:

      Stative sind ein probates Mittel, funktionieren jedoch nicht auf jedem Bock / jeder Kanzel.

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