Jagdhundeausbildung im Wildschweingatter Teil 3

Jagdhund jagd Wildschweine(mb) In dem ersten sowie dem zweitem Teil der Artikelreihe Jagdhundeausbildung im Wildschweingatter haben wir die ersten Schritte der Ausbildung beschrieben. Der dritte und Abschließende Artikel beschreibt die anknüpfende Ausbildung unseres Jagdgefährten zum Sauenjäger.

Seit der letzten Übung sind nun mehrere Wochen vergangen. Wir hatten damals zusammen mit unserem Jagdhund die Sauen am langen Riemen lauthals verfolgt und sind mit einem positiven Erlebnis aus dem Gatter abgereist. Zwischenzeitlich haben wir wieder Schleppen und Kunstfährten gearbeitet, den Gehorsam gefestigt und auch am Wasser geübt. Die jungen Erdhunde haben zusätzlich ihre Übungseinheiten in den zugelassenen Schliefenanlagen absolviert und mancher Feldhund das Vorstehen zur Bravour gebracht. Immerhin stehen im späten Sommer die Prüfungen an.

Bild Hundehalsung Wildschweingatter

Vorbereitung

Beim jetzigen Ausbildungsschritt im Schwarzwildgewöhnungsgatter soll unser Jagdkamerad die Sauen selbständig verfolgen. Dies soll er selbstbewusst und mit konsequentem Laut machen. Wie immer bei der Ausbildung, nehmen wir uns ZEIT. Es hat sich bewährt zu Anfang den Hund noch einmal die Sauen von der Schleuse aus zu zeigen. Nach der Zeit im Auto hat der Hund hier Gelegenheit sich auf die Aufgabe einzustellen. Zeigen Sie dem Hund die Sauen. Motivieren Sie ihn und beenden Sie die Arbeit erst, wenn sicher zu sehen ist, dass der Hund die Beute haben will.

Rufen Sie den Hund nun ab und leinen Sie ihn wie folgt an:

  1. Nehmen Sie eine 6-8m lange Leine oder Riemen,
  2. führen Sie eine Ende durch die Halsung und
  3. bringen Sie beide Enden auf die gleiche Länge.

Im Wesentlichen bereiten wir den Hund wie bei der Einarbeitung auf die Hasenspur vor. Greifen Sie den Riemen kurz hinter der Halsung, gehen Sie so Training des Jagdhundesvorbereitet zusammen mit dem Gatterpersonal in das Trainingsgatter. Im Idealfall sorgt der Gattermeister dafür, dass die Sauen gut sichtbar an einer Stelle stehen.

Bewegen Sie sich nun zügig mit ihrem Jagdhund auf die Sauen zu. Nehmen Sie Fahrt auf! Dabei halten Sie den Riemen mit locker geschlossener Hand. Geben Sie nach und nach mehr Leine. Sobald Sie die Sauen in die Flucht geschlagen haben und in schnellem Schritt den Sauen folgen, lassen Sie, für den Hund unmerklich, ein Ende des Riemens los. Die Leine läuft aus der Halsung und der Hund ist nun auf sich gestellt. Verfolgen Sie nun unbedingt ihren Hund. Zum einen sollen bzw. wollen Sie natürlich beobachten wie der Hund seine Arbeit verrichtet, zum anderen sind Sie als Motivator mit dabei.

Verhalten des Hundes

Es kann nun viel passieren. Auf einige Fälle soll kurz eingegangen werden.

  • Idealfall: Ihr Hund jagt die Sauen. Bestenfalls sprengt er die Rotte und jagt oder stellt dann eine einzelne Sau.
  • Normalfall: Ihr Hund verfolgt die Rotte selbstbewusst. Die Rotte stellt sich und der Hund gibt Standlaut.
  • Ungünstiger Fall: Der Hund verfolgt die Sauen nicht oder der Hund lässt sich von einer Scheinattacke der Sauen in die Flucht schlagen.

Hundeführerin mit Jagdhund im WildschweingatterIm ungünstigen Fall sind Sie als Hundeführer gefragt! Beim ersten Zögern ihres Hundes sollen Sie zur Stelle sein und zusammen mit ihrem Hund die Jagd auf das Schwarzwild mit vollem Schwung fortsetzen. Merken Sie sich: „ICH möchte die Sau haben!“. Mein Hund ist Freund und Werkzeug für dieses Ziel. Wie immer in der Hundeausbildung gilt es lieber einen Schritt zurück, als zu weit voraus. Dafür sind die Gatter geeignet. Man kann immer wieder unter kontrollierten Bedingungen ausbilden.

Gehen wir zurück zum Idealfall: Ihr Hund stellt die Sauen. Mancher Hund orientiert sich und äugt häufig zum Führer. In der freien Wildbahn würde jetzt der Schuss folgen. Im Rahmen der Ausbildung im Gatter können wir das Gatterschwein nicht erlegen. Dennoch soll der Hund Erfahrung sammeln und lernen. Wir bestätigen also unseren Hund in seiner Arbeit und rüden ihn an und loben ihn.

Bracke jagd Wildschweine

Falls Ihr Hund schon hart und ausdauernd arbeitet, ohne sich selbst zu gefährden, dann nehmen Sie sich selbst zurück. Lassen Sie ihn unter der Aufsicht des Gatterpersonals arbeiten.

Exkurs:

Selbstgefährdende Hunde oder Hunde die Packversuche machen sind hier sofort von den Sauen abzunehmen. Hier hat der Schutz der Gesundheit von Hund und Sau Vorrang! Üben Sie erneut unter Anleitung des Gatterpersonals, um eine übertriebene Wildschärfe, die in lebensbedrohlichen Situationen enden kann, abzustellen.

Der letzte Schritt

Beim gut stellenden Hund entfernen Sie sich langsam vom Jagdgeschehen und behalten dabei Hund und Sauen im Auge. Sollte ihr Hund ablassen und ihre Nähe suchen, dann verringern sie wieder die Distanz zu den Sauen und schicken Ihren Hund erneut. Vergleichen Sie diesen Teil der Ausbildung mit einem Jo-Jo. Wie weit reicht der Mut des Hundes, ohne sein Rudel zu arbeiten? Hier liegt auch der tiefere Sinn in der Solo-Ausbildung unserer Jagdhunde im Gatter. Jeder auf sich gestellt, sollte wenigsten die gefundenen Sauen standhaft verbellen. Hilfe naht bei Bewegungsjagden durch andere Hunde oder Treiber. Aber dafür können mehrere Minuten vergehen.

Ist der Hund wie oben beschrieben hart und konsequent an den Sauen, dann ist diese Arbeit auf fünf Minuten zu begrenzen und Sie rufen den Hund ab. Bei Ihnen angekommen, wird der Hund angeleint und ins Sitz gebracht. Zu guter Letzt starten Sie am Riemen eine letzte kurze Jagd in Richtung Sauen. Hängt der Hund laut im Riemen, brechen Sie die Arbeit kommentarlos ab und verlassen das Gatter.

Wie auch immer sich die Situation sekündlich verändert, bleiben Sie in der Nähe des Hundes und befolgen Sie die Anweisungen des Gatterpersonals.

Wir wünschen viel Erfolg und Waidmannsheil bei der „ersten Jagd“!

 

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