Beitragsbild DEVA-Studie
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Nun beschäftigen wir uns schon seit einiger Zeit mit der Sauenpirsch und dem Schießen mit der Flinte/ Flintenlaufgeschoss. Das Flintenlaufgeschoss genießt in Deutschland einen sehr schlechten Ruf, da es als sehr abprallgefährlicht gilt. Doch wieso wird dann das Flintenlaufgeschoss in anderen Ländern so häufig verwendet? In unserem aktuellen Artikel stellen wir die Untersuchungsergebnisse der DEVA zum Abprallverhalten von Flintenlaufgeschossen da.

Häufig hört man, dass Flintenlaufgeschosse verboten gehören und vom Markt genommen werden sollten. Es grassieren die Gerüchte, dass deutlich mehr Jäger durch FLG’s bei Drückjagden sterben, als Menschen durch andere Schusswaffen. Bisher hatten wir noch keine fundierten Argumente, um dies zu wiederlegen. Die DEVA hat nun eine Studie veröffentlicht, die einige Antworten zum Abprallverhalten von FLG’s geben soll.

Nachdem die DEVA im Jahr 2011 das Abrprallverhalten von bleihaltigen und bleifreien Büchsengeschossen erfolgreich durchgeführt hat, hat die Versuchsanstalt den Auftrag zur Untersuchung des Abprallverhaltens von Flintenlaufgeschossen erhalten. Unseres Wissens nach ist diese Untersuchung, die erste Ihrer Art und hat so noch nicht stattgefunden. Aus diesem Grund sind die Ergebnisse der Untersuchung besonders aufschlussreich und der zudem der erste Versuch einer wissenschaftlichen Hinterfragung der Gefahr, die von Flintenlaufgeschossen ausgeht.

Für die Untersuchung wurden verschiedene Flintenlaufgeschosse verwendet; angefangen bei dem klassischen Brenneke bis hin zum Super Sabot. Alle Geschosse wurden in den Varianten bleifrei und bleihaltig im Kaliber 12/ 70 getestet. Beschossen wurden Baumstämme, Gebüsche, harte Boden, weiche Boden und Steinplatten aus einer Entfernung von 35m.

Ergebnisse

Für den Beschuss von Gebüschen ergaben sich kaum Unterschiede zwischen FLG’s und Büchsengeschossen. Alle FLG’s blieben massestabil und der maximale Ablenkbereich betrug 2,84°.

Der Beschuss von Baumstämmen ergab, dass auch hier die Geschosse meist keine oder nur kaum Masse verlieren. Der maximale Ablenkwinkel betrug hier 19,6°, es konnten nur sehr geringe Unterschiede zwischen bleifreien und bleihaltigen Geschossen im Abprallverhalten festgestellt werden. Ab einem Winkel von 45° war ein Steckschuss wahrscheinlich.

Beim Beschuss von hartem Boden ergaben sich schon deutlich andere Ergebnisse. So haben die Geschossen ab einem Winkel von 10°, Masseverluste von bis zu 50% erfahren und die restliche Geschossenergie ist bis auf 10% der Anfangsenergie zurückgegangen. Weiterhin hat man festgestellt, dass bei einem Auftreffwinkel von 15° die höchsten Abprallwinkel resultieren, die teilweise bei bis zu 38° lagen.

Die Beobachtungen bei den Beschüssen der Steinplatten kamen zu einem ähnlichen Ergebnis. So konnte man den größten Masse- und Energieverlust ab einem Auftreffwinkel von 15° signifikant zunehmen und bis dahin relativ gering sind. Die Maßgebliche Erkenntnis bei diesem Beschussversuch war, dass die bleihaltigen Geschosse deutlich weniger Masseverlust erfuhren und stärker abprallten als die bleifreien Geschosse. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam die DEVA auch bei der gleichen Untersuchung von Büchsengeschossen.

Der Letzte Beschussversuch fand in weichem Boden statt. Hier hat man herausgefunden, dass FLG’s bis zu einem Beschusswinkel von 10° Abprallverhalten aufweisen (Büchsengeschosse hingegen stecken bereits ab einem Winkel von 5°). Prallen die Geschosse ab, bleiben sie weitestgehend massestabil und der maximale Ablenkwinkel lag hier bei knapp 30°.

Zusammenfassung

Die Untersuchung der DEVA kommt zu dem Schluss, dass Flintenlaufgeschosse abprallfreudiger als Büchsengeschosse sind allerdings auch schneller deutlich mehr Energie verlieren. Abprallfreudiger in diesem Zusammenhang bedeutet, dass die maximalen gemessenen Winkel beim Abprallen eines Geschosses bei FLG’s höher sein können als bei Büchsengeschossen. Das Ergebnis der Studie ist ist quasi eine Zwangsläufigkeit auf Grund der höheren Masse und dem höheren Querschnitt der FLG’s. Hieraus sollte allerdings nicht zwangsläufig ein Verbot von FLG’s folgen, vielmehr muss jeder Jäger ebenso sorgfältig mit der Flinte üben und diese einschießen, wie man es üblicherweise mit der Büchse macht.

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