Beitragsbild Trockentraining laufender Keiler
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Im Rahmen unserer Seminare nutzen wir die unterschiedlichsten Schießbahnen; häufig wird für die Drückjagd auf einem DJV-Schießstand auf den laufenden Keiler trainiert. Wie man richtig trainiert und wie die Schießtechnik funktioniert wollen wir Ihnen im folgenden Artikel zeigen.

Zunächst müssen Sie sich mit den 8 Kriterien für den präzisen Schuss vertraut machen, über die wir bereits einen Artikel veröffentlicht haben. Wir empfehlen, jedem Schießtraining im scharfen Schuss ein Trockentraining vorzuschalten, in welchem Sie anhand der 8 Kriterien üben. Die hierzu nötigen Übungen lassen sich zum größten Teil zu Hause durchführen.

Trockentraining #1 Parallelschwung

Diese Übung dürfte einigen aus dem Flintenschießen bekannt sein. Bei der #1 Schwungübung stellen Sie sich in ausreichendem Abstand zu einer Wand auf und markieren mit einem DIN A3-Blatt auf der Wand Ihre Schusszone; diese können Sie mit zunehmender Routine verkleinern. Sodann können Sie mit der Übung beginnen:

  1. Nehmen Sie den beschriebenen Stand ein und richten Ihre Hüfte auf die Schusszone aus.
  2. Bringen Sie die Waffe in den Voranschlag.
  3. Rotieren Sie den Oberkörper von links nach rechts.
  4. Wenn Sie die Schusszone passieren, krümmen Sie ab, schwingen weiter, repetieren im Anschlag und geben erneut in der Schusszone einen trockenen Schuss ab.
  5. Die Übung endet mit der letzten Pufferpatrone und einem Reptiervorgang.

Der häufigste Fehler bei dieser Übung ist, dass nicht im Anschlag repetiert wird, sondern die Waffe aus dem Anschlag genommen. Fehlerhaft ist auch das Stoppen kurz vor oder bei der Schussabgabe. Die Übung soll dazu führen, dass Sie sich den Handlungsablauf des Mitschwingens und Repetierens im Anschlag angewöhnen.

Trockentraining #2 Kreisschwung

Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Flintenübung. Man benutzt dazu ein an einem Baum aufgehängtes Pendel. Ein Trainingspartner bewegt das Pendel, während Sie aus dem Voranschlag heraus das Pendel anvisieren und im Kreisbogen mitschwingen. Achten Sie bei dieser Übung ebenfalls auf die Ausrichtung Ihrer Hüfte zum Ziel und den korrekten Anschlag. Bei dieser Übung müssen Sie keinen trockenen Schuss abgeben; wichtiger ist das korrekte Mitschwingen auf dem Kreisbogen durch die Bewegung des Oberkörpers. Sollten Sie anstatt den Oberkörper zu bewegen mit der linken Hand die Waffe bewegen, gibt es eine Variation beider Trockenübungen. Legen Sie die Waffe im Anschlag auf den Handrücken der linken Hand. So werden Sie gezwungen, die Waffe durch die Oberkörperbewegung zu lenken und nicht mit der Hand.

Trockentraining #3 Ausrichten der Körperachse

Um das korrekte Ausrichten auf die Schusszone zu üben, benötigen Sie eine Laserpatrone. Gehen Sie bei der Übung folgendermaßen vor:

  1. Legen Sie eine Laserpatrone ein und decken Sie den Lauf mit einem Tuch ab.
  2. Richten Sie Ihren Körper so aus, dass die Waffe im Anschlag auf einen zuvor definierten Punkt an der Wand zeigt.
  3. Ein Trainingspartner nimmt das Tuch ab.
  4. Nun haben Sie mit dem Laser auf der Wand die Kontrolle, ob Sie Ihren Körper samt Waffe richtig auf ein Ziel ausgerichtet haben.

Ziel und Zweck dieser Übung ist es, intuitiv den Körper samt Waffe richtig auf die Trefferzone auszurichten.

Trockentraining #4 Auspendeln

Gehen Sie in den beschriebenen Anschlag und zielen auf ein zuvor definiertes Ziel an der Wand. Bleiben Sie im Anschlag, schließen die Augen und pendeln mit dem gesamten Oberkörper von links nach rechts. Sobald Sie den korrekten Anschlag wieder eingenommen haben, öffnen Sie die Augen. Sind Sie dann immer noch im Ziel, ist dies ein Anzeichen dafür, dass Sie Ihren Körper gut ausrichten können.

Training im scharfen Schuss auf den laufenden Keiler

Wenn Ihnen das Trockentraining in Fleisch und Blut übergegangen ist, können Sie einen Schießstandbesuch in Erwägung ziehen. Legen Sie auch hier vor den ersten Schüssen noch eine Trockenübung ein, um die Anspannung zu nehmen und beginnen danach mit dem scharfen Schuss.

Zoneneinteilung bei der Drückjagd

Wenn Sie alle zuvor im Trockentraining erlernten Elemente miteinander verbinden, dürfte die Schießtechnik keine Schwierigkeiten mehr bereiten. Zunächst werfen wir einen Blick auf die Schießbahn. I.d.R. stehen Sie zwischen 50m und 60m vom Ziel entfernt. Teilen Sie sich die Schießbahn vor Ihrem inneren Auge in eine Nicht-Treffer-Zone, Reaktionszone und Trefferzone ein. Dabei ist die Reaktionszone der Bereich, den Sie benötigen, um das Ziel anzusprechen und in den Anschlag zu gehen. Je nach Trainingsstand der Schützen kann diese Zone unterschiedlich groß sein. Die Trefferzone ist der Bereich, in dem Sie planen, den Keiler zu beschießen und auf den Sie Ihren Oberkörper ausrichten. Gehen Sie bei den ersten Schüssen folgendermaßen vor:

  1. Einteilen der Schießbahn vor dem geistigen Auge.
  2. Ausrichten des Körpers.
  3. Voranschlag.
  4. Abrufen des Keilers.
  5. Anschlag.
  6. Schwingen durch den Wildkörper zum Haltepunkt.
  7. Abkrümmen.
  8. Repetieren und Zurückgehen in die Ausgangsposition.
  9. Bei Punkt 1 wieder anfangen.

Fazit

Wir haben im Zuge vieler Seminare die Erfahrung gemacht, dass man durch eine gute Vorbereitung mit Trockentraining, viel Munition und Schießstandgebühren sparen kann. Natürlich ersetzt kein Training den scharfen Schuss, weshalb Sie regelmäßig den Schießstand besuchen sollten.
Wir wünschen Ihnen nun viel Spaß beim Training und würden uns über einen Besuch auf unserer Homepage www.moderne-schiesslehre.de freuen.

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