Beitragsbild Schrotschießen
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Nicht jeder Jäger geht regelmäßig mit seiner Flinte zur Jagd und muss sich aus diesem Grund jedes Jahr stets neu auf die Jagd mit der Flinte vorbereiten. Ich haben diesen Artikel als Zusammenfassung der wichtigsten Angaben bei Schrotpatronen geschrieben, er soll als Anhalt für die richtige Wahl der Schrotpatrone und des Chokes dienen.

Welche Munition brauche ich für meine Flinte?

Zunächst sollten Sie sich über das Kaliber Ihrer Flinte bewusstwerden. Momentan ist das gängigste Kaliber die 12/ 70 oder 12/ 76. Was bedeutet das? Die Kaliberangaben für Schrotpatronen kommen aus dem angelsächsischen Raum. Der erste Teil der Angabe bei Schrotpatronen ist das Kaliber. Teilt man ein englisches Pfund Blei (453,6g) in im Durchmesser gleichgroße Kugel erhält man folgende Kaliber:

12 Kugeln = Kaliber 12 = 18,2mm bis 18,6mm

16 Kugeln = Kaliber 16 = 16,8mm bis 17,3mm

20 Kugeln = Kaliber 20 = 15,7mm bis 16,2mm

Aufbau einer Schrotpatrone

Der zweite Teil der Angabe gibt die Hülsenlänge im verschossenen Zustand an. Sprich eine Hülse im Kaliber 12/ 70 ist im verschossenen Zustand 70mm lang. Je nach Verschlussform, verlängert sich die Hülse unterschiedlich lang beim Verschießen. Ein Bördelverschluss dehnt sich ca. 6mm aus und ein Sternverschluss ca. 11mm. Die nebenstehende Grafik zeigt welche Hülsenlängen gefertigt werden und aus welchen Patronenlagern diese verschossen werden können. !Bemerke, es werden keine Patronenlager in der Länge 67,5mm hergestellt!

Welches Patronenlager
Quelle Heintges Verlag

Welche Schrotladung brauche ich, wenn ich jagen gehen möchte?

Jetzt fängt es an etwas komplexer zu werden. Bei der Wahl der richtigen Schrotladung kommt es auf folgende Punkte an:

  • Das Kaliber meiner Flinte (immer vorgegeben),
  • die Wildart, die ich bejagen möchte
  • und die Wirkung der Schrotladung.
Schrot für Wildarten
Quelle: Heintges Verlag

Wie oben gezeigt, ist das Kaliber durch die Bauart Ihrer Flinte immer vorgegeben somit können Sie lediglich mit der Schrotladung spielen, um die ideale Patrone für Ihre Jagdform zu finden. Hierzu müssen wir zunächst herausfinden, was Sie denn gerne bejagen möchten. Auf der nebenstehenden Tabelle sehen Sie einen Vorschlag, welche Patrone für welche Wildart geeignet ist. Natürlich können die Angaben je nach Flinte etc. variieren aber die Tabelle sollte fürs Erste reichen. Nehmen wir mal Sie kommen aus Norddeutschland und wollen auf Gans jagen, dann entnehmen wir der Tabelle eine Empfehlung für die Schrotgröße 3mm oder 3,2mm. Nun sind nicht alle Angaben auf den Verpackungen der Hersteller gleich. Nebenstehend habe ich Ihnen eine zusätzliche Tabelle angefertigt, die zeigt, was eine Patrone mit 3mm noch für Angaben enthalten kann bzw. wie diese Patronen noch gekennzeichnet sein können, da in Europa teilweise von Land zu Land unterschiedliche Angaben gemacht werden.

Schrotkaliber Angaben
Quelle: Heintges Verlag
Geschwindigkeit von Schroten

Haben Sie nun die richtige Schrotgröße für sich gefunden, geht es darum die Wirkung der Schrotladung zu beurteilen. Die Wirkung der Schrotladung hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab: Anzahl der Schrote im Ziel, Deckung der Garbe und der Geschwindigkeit. Als Anhalt sagt man, dass ein waidgerechter Schrotschuss bis ca. 35m-40m mit blei (bei Weicheisen 30m-35m) möglich ist. Auf der nebenstehenden Tabelle sehen Sie die Entwicklung der Geschwindigkeit der Schrote in Abhängigkeit zur Entfernung. Zudem sei erwähnt, dass die Schrotgarbe bei 35m Entfernung ca. 3,5m lang ist, sprich nicht alle Schrote treffen auch zeitglich im Ziel ein. Um die Deckung der Schrote beurteilen zu können, kommen Sie um einen Besuch auf dem Schießstand nicht herum. Hier gehen Sie folgendermaßen vor:

  • zeichnen Sie sich auf einen Kalenderrücken o.Ä. eine Scheibe,
  • schießen auf 10m Entfernung auf diese Scheibe mit dem unteren Lauf,
  • danach wechseln sie die Scheibe und schießen mit dem oberen Lauf,
  • beurteilen Sie das Trefferbild, gerne auch mit dem RangeBuddy.

Da sich die Streuung von Schrot, ähnlich wie die Schützenstreuung, nahezu proportional verhält, können Sie aus der Schrotgarbe die Deckung auf andere Entfernungen ableiten. Ich habe dies exemplarisch mit zwei verschiedenen Patronen und der Benelli 828u gemacht. Üblicherweise verwendet man auf der Jagd einen Halbchoke und einen Dreiviertelchoke aber leider kann man hier keine pauschale Aussage treffen.

Das Ergebnis des Schusstestes sehen Sie auf der nebenstehenden Abbildung. Für den Test habe ich die S&B Magnum 3,25mm 12/76 und die S&B 12/70 in 3,25mm verwendet. Auf der nebenstehenden Tabelle habe ich für Sie die Ergebnisse dargestellt. Wie man der Tabelle entnehmen kann streut die 12/70 deutlich weniger als Magnumpatrone und je stärker der Choke ist desto kleiner ist die Schussgarbe.

Ergebnis Schrotschießen

Welche Schlussfolgerung kann ich aus dem Ergebnis ziehen?

Man kann davon ausgehen, dass die Ausbreitung der Schrotgarbe proportional ist. Mit dieser Annahme habe ich die untenstehende Grafik angefertigt. Die Grafik zeigt, wie sich die Ausbreitung der Schrotgarben der verschiedenen Munitionssorten auf unterschiedliche Entfernungen verhalten. Das Ergebnis zeigt, dass die Verwendung eines Vollchokes und Dreiviertelchokes bei der Benelli 828u und der S&B 12/70 mit 3,25mm am besten eignet. Wir haben bei dieser Kombination eine volle Deckung des Wildkörpers mit dem größten Anteil der Schrote innerhalb der Garbe. Zusätzlich dürfen auf einer Entfernung von 40m noch mit einer ausreichenden Deckung rechnen.

Visualisierung Schrotgarben

Fazit

Unter der Annahme, dass sich die Ausdehnung der Schrote proportional verhält, kann man sich durch das Schießen eines Schussbildes auf eine Entfernung mathematisch der Deckung auf andere Entfernungen nähern. Wichtig ist nicht zwangsläufig die gesamte Ausdehnung der Schrotgarbe (ich habe in dem Test die Schrote am äußeren Rand genommen), sondern die Lage und Ausdehnung von 70% aller Schrote. Die Schussbilder haben gezeigt, dass man durch die Verwendung von Chokes die Ausdehnung der Schrotgarbe stark beeinflussen kann. Eine allgemeingültige Aussage lässt sich nicht treffen, allerdings kann man sich durch den aufgezeigten Schusstest einen guten Überblick verschaffen und somit Rückschlüsse auf die eigene Waffen-Munitions-Kombination verschaffen.

SuB 12-76 u. 70 3.25mm Schrot 20m

Zu Guter letzthabe ich für Sie eine Tabelle mit allen international üblichen Chokebezeichnungen erstellt.

Flinten Choke Bezeichnungen
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